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Komplexes Problemlösen, Komplexität, Hartmut Neusitzer RessourcencoachRISIKO-Kurzbriefe

- Risiken richtig einschätzen


Autor: Hartmut Neusitzer

 




Ausgabe 01: Schockrisiken und fatale Entscheidungen
Ausgabe 02: Medien und Zahlen(un)verständnis
Ausgabe 03: Mammographie (Brustkrebsvorsorge)
Ausgabe 04: Pharmaunternehmen
Ausgabe 05: Tödliche Illusionen im Straßenverkehr


 


Ausgabe 01: Schockrisiken und fatale EntscheidungenSchockrisikofurcht, Hartmut Neusitzer

In den USA sterben jedes Jahr ca. 35.000 Menschen bei Verkehrsunfällen (Deutschland: 1970 mehr als 21.000 Verkehrstote in Ost und West; 2014 ca. 3.400). Trotzdem haben nur wenige Personen Angst beim Autofahren. Bei den Anschlägen vom 11. September 2001 kamen in den USA 256 Menschen als Flugzeugpassiere ums Leben, etwa 3.000 Menschen insgesamt. In der Folge gab es eine Panik vor Terrorismus und Flugzeugen. Geprägt von den Bildern in den Medien, fühlten sich danach viele im Auto sicherer. Eine kollektive Fehlentscheidung.

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Ausgabe 02: Medien und Zahlen(un)verständnis

Großbritannien 1995:Risikokompetenz, Hartmut Neusitzer

Eine Schreckensnachricht wird über das britische Komitee für Arzneimittelsicherheit herausgegeben und in einer Eilmeldung durch die Medien verbreitet: „Antibabypille der dritten Generation verdoppelt das Risiko einer lebensbedrohlichen Thrombose (Blutgerinsel in Beinen oder Lunge).“

Laut einer Studie stieg das Risiko, eine Thrombose zu bekommen, um 100 Prozent. In absoluten Zahlen bedeutet dies, dass nun statt einer zwei von 7.000 Frauen eine Thrombose bekamen. Sicherlich löst die Aussage zwei statt einer von 7.000 weniger Befürchtungen aus als die 100-Prozent-Angabe. Die absolute Risikozunahme betrug nur 1 von 7.000. Die relative Zunahme beträgt tatsächlich 100 %. Hätte das Komitee und in der Folge die Medien über absolute Zahlen informiert, hätte wohl kaum eine Frau Panik bekommen.

Die obige Warnung führte innerhalb von einem Jahr in England und Wales zu geschätzten 13.000 zusätzlichen Abtreibungen. Weiterhin stiegen in den folgenden Jahren die Abtreibungsraten wieder, während sie bis zu diesem Zeitpunkt fielen.

Besonders bei Mädchen unter 16 war die Zunahme an Abtreibungen und unerwünschten Schwangerschaften besonders hoch.

Paradoxerweise bergen Schwangerschaften und Abtreibungen ein größeres Thromboserisiko als die Einnahme der Pille.
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Ausgabe 03: Mammographie (Brustkrebsvorsorge)Mammographie, Hartmut Neusitzer, Ressourcencoach

Zwei Fragen sollte sich eine Frau stellen:
A:
Gibt es Nachweise dafür, das Mammografie-Screening meine Aussicht an Brustkrebs zu sterben mindert?
Die Antwort lautet Ja. Von 1.000 Frauen die 10 Jahre nicht am Screening teilnahmen, starben rund fünf an Brustkrebs, während es bei den teilnehmenden Frauen vier waren. Bezogen auf die Teilmenge von 1.000 Frauen, beträgt die absolute Risikoreduktion eine Frau von 1.000 Frauen.

Was werden Sie jedoch fast immer in einer Broschüre lesen:
„20 %-ige Risikoreduktion“. Eine Frau weniger als fünf Todesfälle = 20 % „weniger“. 20 % beeindruckt erheblich mehr als 1 von 1.000.

B:

Gibt es Belege dafür, dass das Mammografie-Screening meine Aussicht vermindert, an irgendeiner Krebsart, einschließlich Brustkrebs, zu sterben?
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Ausgabe 04: PharmaunternehmenHartmut Neusitzer, Ressourcen, Ressourcencoach
Angenommen, Ihr Cholesterinwert ist zu hoch. Sie könnten gesünder essen oder sich mehr bewegen. Aber da gibt es eine viel bequemere Methode: Sie schlucken einfach eine Pille. Atorvastin, ein sogenanntes Statin, welches den Choles-terinwert senkt. Es ist weltweit die Nummer eins der umsatzstärksten Medikamente überhaupt. Der Hersteller Pfizer vertreibt es in Deutschland unter dem Namen Sortis, in den USA unter Lipitor. Als 2004 in Deutschland die Gesundheitsreform in Kraft trat, die für alle Statine einen Festbetrag vorgab, weigerte sich Pfizer, den Preis anzupassen, die Patienten mussten zuzahlen.

Welchen Nutzen können Sie erwarten, wenn Sie diese Pille schlucken?
In einer US-Anzeige (in Deutschland ist Direktwerbung für verschreibungspflichtige Arzneimittel nicht erlaubt) klärte Pfizer über den Nutzen auf:
„LIPITOR reduziert das Risiko eines Schlaganfalls um fast die Hälfte. Bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und mindestens einem anderen Risikofaktor für Herzerkrankungen verringerte LIPITOR das Risiko um 48 %.“

Aber wie viel sind 48 Prozent? Heißt das, von je 100 Personen mit Risikofaktor bekommen 48 weniger einen Schlagan-fall? Nein, denn es ist keine absolute, sondern eine relative Risikoreduktion. Die absolute Reduktion kann man aus den relativen Zahlen allein nicht ableiten, dazu muss man sich die Originalstudien ansehen.
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Ausgabe 05: Tödliche Illusionen im StraßenverkehrRisikokompetenz; Zürcher Ressourcen Modell, Hartmut Neusitzer
Wenn wir am Steuer telefonieren und dabei glauben, immer noch genügend auf den Straßenverkehr zu achten, sind wir Opfer einer Illusion. Ein Motorradfahrer genauso wie ein Kind, was seinem Ball auf der Straße hinterher rennt, kann für uns unsichtbar sein.

Diese Fehlwahrnehmung resultiert aus einem Mangel an Aufmerksamkeit gegenüber Unerwartetem. Dieses Phänomen passiert z. B. dann, wenn ein Autofahrer seine Aufmerksamkeit ganz auf das Telefonat konzentriert. Dies gilt auch mit einer Freisprechanlage! Bei dieser Aufmerksamkeitsillusion übersieht man z. B. einen Motorradfahrer oder einen Jungen, der auf die Straße rennt.

... weiterlesen und den berühmtesten Test zur Aufmerksamkeit machen.


Quellen
siehe unter "... weiterlesen"























 

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