- Ressourcenaktivierung: Vortrag, Workshop oder Coaching
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Glossar




PSI-Theorie
(Prof. Dr. Julius Kuhl)
Zürcher Ressourcen Modell (Dr. Maja Storch, Dr. Frank Krause)
#Persönlichkeitsentwicklung


Autor: Hartmut Neusitzer 

Zur Erleichterung der Lesbarkeit verzichte ich nachfolgend auf die weibliche Sprachform.

Das Glossar wird fortlaufend ergänzt.
 

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A




Absichtsgedächtnis
(in der Psychologie auch Intentionsgedächtnis genannt)
Dies ist ein Gedächtnistyp, der für die Aufrechterhaltung von bewusst gebildeten Absichten zuständig ist. Dies ist besonders wichtig, wenn Absichten nicht sofort umgesetzt werden können, also wenn erst noch auf eine passende Gelegenheit gewartet muss oder erst noch ein anderes Problem gelöst werden muss. Es müssen somit erst noch Schwierigkeiten, Hindernisse oder Zielkonflikte ausgeräumt werden, bevor ich eine Absicht umsetzen kann.

Sobald eine Absicht bewusst im Verstand aktiviert wurde, wird die intuitive Verhaltenssteuerung  gehemmt, um Zeit für die Planung und zum Nachdenken zu bekommen. Funktioniert die Hemmung nicht, wird das Verhalten impulsiv und unüberlegt. Dies ist bei hyperaktiven Kindern (ADHS) und Cholerikern zu beobachten.

Siehe auch PSI-Theorie, sieben Funktionsmerkmale des Selbst, Intuitive Verhaltenssteuerung, Zürcher Ressourcen Modell, Verstand, Großhirnrinde





Achtsamkeit
Sie ist eine besondere Form der Aufmerksamkeit. Sie arbeitet über die intuitive Verhaltenssteuerung weitgehend unbewusst und bezieht sich auf das Hier und Jetzt einer aktuellen Situation. Mit ihr kann man sich beispielsweise in einem Gespräch ganz auf das Gegenüber einstellen. Bei einem Zuviel an Achtsamkeit kann es jedoch passieren, dass man sich von einer (neuen) Idee bzw. von der Euphorie eines anderen zu schnell anstecken lässt und später sein Handeln bereut. Gegen diese „Ansteckungsgefahr“ hilft die ebenfalls im Unbewussten tätige Wachsamkeit.

Siehe auch Intuitive Verhaltenssteuerung, Wachsamkeit (Vigilanz), PSI-Theorie (Glossar), PSI-Theorie (Homepage inkl. PDF zum Download), Aufmerksamkeitsformen
 



 
Adrenalin (umgangssprachlich auch Schreckhormon genannt)

Es schärft im Bruchteil einer Sekunde alle Sinne.

Siehe auch Mañana-Kompetenz, Zürcher Ressourcen Modell
 





Affektbilanz
Die Nutzung der Affektbilanz trainiert die Fähigkeit, die eigenen Affekte genau zu beobachten. Dieses wertvolle Feedback kann man beispielsweise für kluge Entscheidungen nutzen. Für die Gesundheit jedoch viel wichtiger: Mit ihr kann man einen sogenannten Selbstkongruenz-Check vornehmen. Denn ohne Fremdziele, kein Burnout.

Affektbilanz, Selbstkongruenz, Selbstzugang, Hartmut Neusitzer, Zürcher Ressourcen ModellAffekte werden im menschlichen Gehirn von zwei unterschiedlichen Systemen hervorgebracht. Für die negativen Affekte spielt die Amygdala („Alarmsystem“) eine wichtige Rolle. Für die Wirkung der positiven Affekte ist der Nucleus accumbens („Belohnungssystem“) ein zentrales Element.

siehe Amygdala

Mit Hilfe der Affektbilanz werden hierum auf zwei Analogskalen die positiven und die negativen Affekt getrennt eingestuft. Die übliche Denkweise ist, dass wenn ich etwas gut finde, dann kann es nicht schlecht sein.

Oder: wenn es mir gut geht, kann es mir nicht schlecht gehen.

Jedoch:
Erringe ich in einer Sportart den zweiten Platz, kann ich völlig happy sein, zeitgleich kann es mich auch unbenommen „wurmen“, dass ich den ersten Platz nur knapp verpasst habe.

Innerhalb eines Workshops (bzw. Seminars) oder Coachings mit dem Zürcher Ressourcen Modell (ZRM) ist die Affektbilanz das wichtigste Arbeitsinstrument.

Affektbilanz, Selbstkongruenz, Selbstzugang, Hartmut Neusitzer, PSI-Theorie



 

Beim Zweifeln oder einem Zwiespalt haben wir es mit einer pendelnden Mischung aus positiven und negativen Affekten zu tun. Die Hirnforschung hat uns nützliches Wissen darüber beschert, wie man sich die Entstehung von positiven und negativen Affekten im Gehirn vorstellen kann. Dieses Wissen kann übersetzt werden in eine Technik, die in einem Workshop oder Coaching sehr hilfreich einsetzbar ist. Die Affektbilanz erlaubt es, die normalerweise schwer zu interpretierende Mischung aus verschiedenen Affekten sichtbar zu machen. Ausserdem erlaubt sie es auch, das Affektgeschehen zu quantifizieren.

siehe auch Gesundheitsbrief 13 und 14

Siehe auch Kongruenzprüfung, Affekte, Zürcher Ressourcen Modell, Selbstkongruenz, Nucleus accumbens






Affekte
Sie sind einfachste Gefühlsregungen. Sie sind auf einer Ebene des Gehirns angesiedelt, auf der nur zwischen positiven und negativen Gefühlen unterschieden wird. Auf dieser Ebene können auch einfachste Organismen sehr rasch spüren, also bevor es vor allem dem Menschen bewusst wird, ob einem etwas gut tut oder nicht, ob man „es aufsuchen“ oder meiden sollte. Bemerkbar bzw. erkennbar sind Affekte durch die sogenannten somatischen Marker.

Weitere bewusste Überlegungen oder „höhere Erkenntnisse“ zu diesen Gefühlsregungen werden Emotionen genannt - z. B. „Ich bin stolz, da mir XY gut gelungen ist.“
 
Siehe auch Affektbilanz, Affektregulation, Gefühl, somatische Marker, Emotionen 




Affektregulation
, selbständige
Sie ist eines von sieben Funktionsmerkmalen des Selbst bzw. des Unbewussten. Sie ist die Fähigkeit, die eigene Gefühlswelt selbst zu regeln, ohne dass dazu eine andere Person benötigt wird.

Affektregulation wird als die Königsdisziplin des Selbstmanagements bezeichnet:

  • Selbstberuhigung
    = Beängstigendes relativieren können.
  • Selbstbremsung
    = Sachliche, nüchterne Stimmungslagen aushalten können, um erst einmal über den nächsten Schritt nachzudenken. Diese Kompetenz ist besonders hilfreich, wenn man wieder einmal „auf zu vielen Hochzeiten tanzt“. Jemand der sich trotz Handlungsimpuls gut bremsen kann, besitzt eine gute Frustrationstoleranz. Sie ermöglicht es einem, auf den richtigen Moment zum Handeln zu warten.
  • Selbstkonfrontation
    bedeutet sensibel für Warnzeichen zu sein. Diese Fähigkeit hilft Krisen vorherzusehen und konkrete Gefahren zu erkennen. Regelmäßig angewendet, verhindert sie die große Krise.
  • Selbstmotivation
    bedeutet seinen Tatendrang zu aktivieren, wenn die Gelegenheit günstig ist.

Wie stark diese Selbststeuerungsfähigkeiten ausgebildet sind, lässt sich mit einem Onlinetest ermitteln.

Siehe auch PSI-Theorie, sieben Funktionsmerkmale des Selbst, Zürcher Ressourcen Modell, Selbstzugang
 


Affirmationen
Beim „positiven Denken“ wird empfohlen, sich selbst mit einfachen Sätzen „zu füttern“: Sich also täglich vielmals Sätze wie z. B. „Alles wird gut!“, „Ich bin der Beste!“ etc. vorzusprechen. Das solche oder ähnliche Affirmationen dann auch eintreffen, ist natürlich grober Unfug. Ähnlich wie während und nach Motivationsveranstaltungen, die nach dem Chaka-Chaka-Prinzip gestaltet werden, mögen sich viele zunächst inspiriert fühlen. Doch rasch holt diese Menschen der Alltag wieder ein. Mit einer erneuten „schlechten Erfahrung“ konfrontiert, laufen sie dann direkt ins "offene Messer" und fallen noch tiefer als zuvor.

Siehe auch Motivation







Amygdala
(Warn- und Alarmsystem)

PSI-Theorie, Persönlichkeitstest, Diagnostik, Zürcher Ressourcen Modell, Amygdala, Nucleus accumens, Hartmut Neusitzer, Ressourcencoach






Siehe Affektbilanz






Aufmerksamkeitsformen
Sie dienen der Verstärkung einer Information. Je nachdem welches psychische Teilsystem in der aktuellen Situation gerade besonders aktiv ist, entscheidet das Gehirn nach welchem Kriterium was besonders bzw. verstärkt beachtet werden soll:

  • Wachsamkeit (Überblick): Diese "schwebende Aufmerksamkeit" (Vigilanz) ermöglicht es, mehrere Anliegen ständig präsent zu haben, ohne dass sie einem bewusst sein müssen.
  • Achtsamkeit (Handlung): Verstärkt alle Informationen, die für die aktuelle Situation im Hier und Jetzt wichtig sind. Hierdurch wirkt Verhalten in allen zwischenmenschlichen Interaktionen spontan und natürlich.
  • diskrepanz-sensitive Aufmerksamkeit ("Blick durch die Lupe"): Alles, was irgendwie nicht passt, wird verstärkt. Egal, ob es unerwartet, unerwünscht, (selbst-)fremd oder gefährlich ist.
  • zielfokussierte Aufmerksamkeit (auf den richtigen Moment warten können): Alles was zur Absicht/zum Plan passt, der gerade ausgeführt werden soll, wird verstärkt.

Siehe auch PSI-Theorie (Glossar), PSI-Theorie (Homepage inkl. PDF), Verstand, intuitive VerhaltenssteuerungAchtsamkeit, Wachsamkeit, FehlerZoom 

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B






Basisbedürfnis

Zu den psychologischen Basisbedürfnissen gehört
a) der Wunsch dazuzugehören, also nicht ausgeschlossen zu sein.
b) wachsen zu können, was nicht heißen muss, dass man ständig die Karriereleiter hinauf muss. Die Übernahme einer neuen Aufgabe kann beispielsweise dazu gehören, also etwas Neues dazulernen.
c) die Zuversicht zu behalten, dass wenn es mal schwierig ist, es wieder gut wird.

Innerhalb des Zürcher Ressourcen Modells sind Bedürfnisse
- unbewusst bzw.
- vorbewusst (z. B. in nebulöses Gefühl in Form einer Sehnsucht),

Diese Bedürfnisse sind mit dem Verstand nicht "zu ermitteln" und somit kann man sie nicht konkret benennen bzw. aussprechen.

Über ein Projektionsverfahren werden die Bedürfnisse der Teilnehmenden in einem ZRM-Workshop bzw. ZRM-Einzelsetting "ans Tageslicht geholt" bzw. bewusst gemacht.

Hierbei redet dem Teilnehmenden kein Experte rein. Unter anderem aus diesem Grunde erleben Menschen einen ZRM-Workshop bzw. ein Coaching als ausgesprochen lustvoll, Freude spendend, motivierend und wirkungsvoll. Ganz nebenbei werden hierdurch die Selbstwahrnehmung und der Selbstausdruck gestärkt. Die beiden zuletzt genannten Aspekte sind das Fundament von innerer Sicherheit (siehe
Gesundheitsbrief01).

Siehe auch Motive, Entfremdung, Fremdziele, somatische Marker, Selbstkongruenz, Affektbilanz, Zürcher Ressourcen Modell






Burnout

Sie ist die Krankheit der Tüchtigen, also derjenigen, die nicht aufhören können Leistung zu bringen. Sie können nie Nein sagen können, müssen 1000 Dinge gleichzeitig erledigen, sind 150% loyal und perfekt. Ohne Fremdziele/innere Antreiber/Fremdsteuerung oder eines (scheinbar) nicht auflösbaren Zwiespalts (betroffen sind hier vor allem Führungskräfte der mittleren Ebene) kann es ein Burnout nicht geben.

Als Mann erlaube ich mir hier anzumerken, dass vor allem Männer sehr oft dem Ideal vom „Ein Indianer kennt kein Schmerz“ (der wurde von Karl May erfunden) nacheifern bzw. verbunden sind. Sprüche, wie „Ein Junge weint nicht.“ oder ähnliche, haben zu dieser Haltung sicher einiges beigetragen.

Seit 2010 sind mir persönlich vier Fälle bekannt geworden, wo der erweiterte, für mich früher als witzig empfundene Spruch, „Ein Indianer kennt kein Schmerz – er fällt vom Pferd und ist tot“, bittere und traurige Realität geworden ist. Männer, die im „besten Alter“ und mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Grund jahrelangen Dauerstress, von einer Sekunde auf die nächste verstorben sind.

Eine kurze Zusammenfassung zu meinem Burnout finden Sie hier.

Siehe auch Mañana-Kompetenz, Serotonin, Endorphinsucht, Dopamin, Dopaminrausch, Stressjunkies, Cortisol, Stress, Zürcher Ressourcen Modell, Work-Life-Balance

 
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C

 


Changeprozesse
Siehe Veränderungs- bzw. Changeprozesse





Charisma
Sie gilt als eine zentrale „Kompetenz“ für eine Führungskraft. Inzwischen ist Charisma zu einem Konzept für Veränderung und Innovation auf der Grundlage individueller Verantwortung und Kreativität geworden. Charismatischen Führungspersonen gelingt es mit Hilfe einer attraktiven Vision und besonderen persönlichen Fähigkeiten (siehe auch Selbststeuerung und Persönliche Intelligenz) sich gegenüber rational-legalen Autoritäten durchzusetzen, indem sie eine besondere Beziehung und Bindung zu ihren Geführten entwickeln (vgl. Avolio & Bass).

Der Prozess, bei welchem Führungspersonen die Wertvorstellungen, Haltungen und Emotionen der Mitarbeitenden beeinflussen, steht im Mittelpunkt jüngerer charismatischer und/oder transformationaler Führungsforschung.

Siehe auch Zürcher Ressourcen Modell, transformationale Führung, Souveränität, Wirksamkeitsstudien, Motto-Ziele, Zielpyramide, Dickhäuter, Dünnhäuter,
 





Cortisol

Es hilft zunächst eine anfängliche Schreckreaktion abzumildern und die Unruhe im Gehirn zurückzufahren. Man hat dann zwar noch weiche Knie, aber keine Angst mehr. Ist eine langwierige Stressreaktion notwendig, um eine Belastung zu bewältigen, hilft Cortisol unsere Leistungssysteme noch gezielter einzusetzen. Das Immunsystem wird noch einmal besonders aktiviert. Wird dieser Schutz dann nach langer Aktivierung jedoch zurückgenommen, kommt es oft zu einem Infekt (bspw. am 1. Urlaubstag). Wird dieser Schutzmechanismus monate- oder sogar jahrelang überreizt, wird der Schutzwall immer löchriger und bricht irgendwann zusammen. Dies trifft auch auf übertriebenes körperliches Training zu.

Wer mit langwierigen Magen-Darm-Infektionen, nicht enden wollenden Bronchitiden, ständig ausbrechenden Herpesbläschen oder chronischer Halsentzündung zu kämpfen hat, sollte vor allem seine Mañana-Kompetenz stärken.

Siehe auch Stress, Mañana-Kompetenz, Burnout, Serotonin, Endorphin, Endorphinsucht, Dopaminrausch, Dopamin, Stressjunkies, Adrenalin, Stressreaktion, unkontrollierbare







Crew Resource Management-Training (CRM)
Das CRM-Training ist eine Schulung z. B. für Luftfahrzeugbesatzungen oder Notfallmediziner. Im CRM werden die nicht-technischen Fertigkeiten geschult und verbessert, um Unfälle im Flugverkehr und (Verfahrens-)Fehler aufgrund menschlichen Versagens vorzubeugen. Speziell im Bereich der präklinischen Notfallmedizin, einem der komplexesten Tätigkeitsfelder überhaupt, ist die Kenntnis über die Human Factors und die sichere Anwendung von Prinzipien zur Erhöhung der menschlichen Zuverlässigkeit von höchster Bedeutung.

Mitte der 1980er-Jahre wurde das Crew Resource Management CRM von vielen Luftfahrtbehörden schrittweise eingeführt. Beim CRM ging es vor allem um die Kommunikation im Cockpit untereinander zu verbessern und nicht darum, ausschließlich die technischen Leistungen weiter zu optimieren.

Erst nach 10 Jahren hatte sich das Konzept gegen massive Widerstände von älteren Kapitänen, Copiloten und Flugingenieuren durchgesetzt. In den folgenden Jahren wurden in das CRM dann auch stufenweise Teamarbeit, Firmenkultur und Fehlermanagement integriert.

Siehe auch Notfall-, Krisen- und Katastrophen-Management, Haltungsziele, Selbststeuerung, Affekt-Regulation

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D




Defensives Entscheiden
Eine Person oder Gruppe hält A für die beste Option, entscheidet sich aber für die weniger gute Option B, um sich für den Fall zu schützen, dass etwas schiefgeht und sie zur Verantwortung gezogen werden könnte.

Siehe Fehlerkultur




Desensibilisierung, systematische
Sie ist eine Methode aus der Verhaltenstherapie. Da Menschen am besten mit Erfolgserlebnissen lernen, werden im Workshop nach dem Zürcher Ressourcen Modell (ZRM) in der Phase der Vorbereitung, die künftigen Aufgaben nach Herausforderungsgrad gestaffelt. Die Aufgabe, die einen mittleren Herausforderungsgrad hat und möglichst direkt nach dem ZRM-Workshop gelöst werden kann, wird als erstes umgesetzt. Dies bringt den besten Lernerfolg.

Siehe auch Zürcher Ressourcen Modell




Dickhäuter
, psychologische
Sie sind Menschen, denen die Mañana-Kompetenz "in die Wiege gelegt wurde". Sie sind der Fels in der Brandung. Wenn alle anderen schon kurz vor dem geistigen Kollaps stehen, haben sie noch Nerven wie Drahtseile und den Überblick. Ihr Stresssystem springt einfach später als bei anderen an. Gerade im turbulenten Geschäftsleben sind es oft die stressimmunen Dickhäuter, die in Spitzenpositionen gelangen.

Siehe auch Dünnhäuter,
Mañana-Kompetenz, PSI-TheorieStress, Fehler-Zoom, Stressresistenz, Erstreaktion, Zweitreaktion






Disziplin
(auch Selbstkontrolle genannt)

Ein Leben mit mehr alls 60% Selbstkontrolle bedeutet hohen Cortisolstress. Selbstkontrolle findet ausschließlich in der Großhirnrinde statt. Also dem jüngsten Teil unseres Gehirns. Wenn wir uns vergegenwärtigen, dass

  • wir nur die Großhirnrinde bewusst nutzen können,
  • diese im Verhältnis zum restlichen Teil des Gehirns nicht sehr leistungsfähig und
  • sehr störanfällig ist und
  • sie bei Nutzung auch noch extrem viel Energie verbraucht,

kann man nachvollziehen, dass Absichten oder Vorhaben, die über einen längeren Zeitraum dauern, möglichst rasch in den automatischen Modus überführt werden sollten.

Ein Vorhaben mit Disziplin umsetzen zu müssen, bedeutet immer, dass die Absicht im Widerspruch zu einem Basisbedürfnis der betreffenden Person steht. Für einen einmaligen Zahnarztbesuch macht Disziplin Sinn, nicht jedoch für lang andauernde Vorhaben. Auch liegt hier der Grund dafür, dass Neujahrsvorsätze scheitern, da sie oft mit Disziplin umgesetzt werden. Sobald irgendetwas Unvorhergesehenes eintritt, ist die Großhirnrinde „überfordert“ und vergisst quasi das mit Disziplin umzusetzende Vorhaben.

Selbstkontrolle schädigt als Dauerzustand die psychische Gesundheit.
Menschen kommen in ihrer Selbstentwicklung sehr viel weiter, wenn Sie die Selbstkontrolle in Selbstregulation überführen.

Siehe auch Selbstkontrolle, Selbstregulation, Willensstärke, Großhirnrinde, Zürcher Ressourcen Modell, Cortisol, Basisbedürfnis, Motive   


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Dopamin
(umgangssprachlich Begeisterungshormon)
Es sorgt dafür, dass wir über einen längeren Zeitraum besonders aufmerksam und wach sind. Es bewirkt, dass wir stark motiviert sind, vor allem dann, wenn wir für unsere Aktivität zu einer nicht ganz so leichten Aufgabe eine Belohnung erhalten. Es sorgt dafür, dass wir mehr (zieldienliche) Informationen aufnehmen können. Ohne Dopamin ist man lust- und antriebslos. Bei einem Zuviel an Dopamin, wenn also ein Dopaminrausch zu lange anhält, wird aus der wachen Aufmerksamkeit rasch Erregtheit, dann Aufgeregtheit und schließlich Fahrigkeit. Beispielsweise wechselt man dann sprunghaft von einer zur nächsten Aufgabe.

Siehe auch SerotoninBurnout, Stress, Motivation, Adrenalin






Dopaminrausch
Er sorgt dafür, dass wir uns Hindernisse und Bedenken schönreden. Wir wollen einfach Gas geben, langweilige Bedenkenträger sind da eher lästig. Das gilt übrigens auch für frisch Verliebte. Da kann der Angebetete ein noch so großer Halodri*1 sein, im Dopaminrausch wird er zum Supermann. Auch laufen wir zur Höchstform auf, geraten in einen Schaffensrausch. Werden wir dann für unsere Leistung belohnt, muss gleich die nächste Bewährungsprobe her. Und dies Spielchen geht so lange, bis es irgendwann zu viel wird.


*1
Siehe DVD „Die Macht des Unbewussten“ Teil 2
(prämierter TV-Beitrag )– Ist auf in YouTube zugänglich.

Siehe auch Stress, Dopamin






Dünnhäuter,
psychologische
Dies sind Menschen, die eine sehr geringe Stressschwelle haben. Sie erleben ständige, starke Sorgegefühle und machen sich dazu ständig entsprechende Gedanken. Sorglose Phasen sind im Alltag rar gesät. Ein echter Tausendsassa unter den Dünnhäutern schafft es, sich auch im Urlaub ständig Sorgen zu machen.

Doch jeder Dünnhäuter kann umlernen. Sie können sich eine Art Regulierungskompetenz aneignen. Forschungsergebnisse haben eindeutig ergeben, dass Dünnhäuter sogar stressresistenter sind und weniger krank werden als Dickhäuter, wenn sie lernen, mit Stress umzugehen.

Siehe auch Stress DickhäuterMañana-Kompetenz, PSI-Theorie (Glossar), PSI-Theorie (Homepage inkl. PDF), Stressresistenz, Erstreaktion, Zweitreaktion

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E






Embodiment

Dies ist die kraftvolle Wechselwirkung zwischen Körper und Psyche und wird auch als die Verkörperung einer Information bezeichnet. Erst sie ermöglicht zuverlässiges Erinnern. Nachhaltige Veränderung ist darum nur möglich, wenn die Wechselwirkung zwischen Körper und mental-psychischen Vorgängen in den Veränderungsprozess mit einbezogen wird. Im mittleren Teil des ZRM-Trainings geht es darum, das Embodiment mit dem alltäglichen Selbstmanagement zu verbinden und klug zu nutzen.

Möglich sind hier:

 

  • Eine unerwünschte psychische Verfassung mit Embodiment loswerden.
  • Eine erwünschte psychisches Verfassung mit Embodiment erzeugen.
  • Das Auftauchen einer unerwünschten psychischen Verfassung mit Embodiment präventiv verhindern.


In der PSI-Theorie wird Embodiment synonym als Körper- und Gefühlseinbindung bezeichnet und ist dort eines von sieben Funktionsmerkmalen des Selbst (= Unbewusstes).

Damit ein Embodiment seine Wirkung als Methode des Selbstmanagements entfalten kann, ist es unerlässlich, dass der Mensch die Verfassung, die er gerne erlangen möchte, bildhaft als Haltungsziel definiert und sich zu diesem Vorhaben dann das entsprechende Embodiment selbst erarbeitet. Aus Sicht der Hirnforschung gehören die Handlungsabsicht, die dazugehörigen Gefühlslagen und Denkstile sowie der passende Körperausdruck zu ein und demselben neuronalen Netzwerk. Solch ein neuronales Netzwerk muss für ein Embodiment, das bisher nicht zum eigenen Handlungsrepertoire gehörte, erst neu „erschaffen“ werden. Nur dann, wenn dieser Vorgang selbst gestaltet wurde, existiert ein echt individuelles neuronales Netzwerk, denn es wurde an persönliche, bereits vorhandene Gedächtnisinhalte gekoppelt. Und nur dann wirkt das neue Handeln authentisch und nicht antrainiert.

Siehe auch PSI-Theorie (Glossar), PSI-Theorie (Homepage inkl. PDF zum Download), sieben Funktionsmerkmale des Selbst, Zürcher Ressourcen Modell, Körper- und Gefühlseinbindung, Feedbackverwertung, Gefühlswahrnehmung
 

Siehe unbedingt:
YouTube, Vortrag
Maja Storch - Embodiment in Aktion [informativ, kurzweilig und wertvoll]
Dauer: 56 Minuten

 



Emotionales Erfahrungsgedächtnis,
Siehe
Unbewusstes, adaptives.


 



Emotionen

Sie sind Gefühle, die bewusste oder auch unbewusste/“nebulöse Überlegungen“ (Kognitionen) voraussetzen. Die Emotionen Stolz, Freude oder Angst bedeuten mehr als nur einen Affekt. Sie setzt voraus, dass jemand bewusst oder unbewusst ein positives oder eben negatives Gefühl erlebt, da er ein gutes bzw. schlechtes Handlungserlebnis mit dem Gefühl in Verbindung bringen kann: „Stolz sein auf …“, „Angst haben vor …“, "Freude auf ..." etc.

Siehe auch Gefühl,
PSI-Theorie

 




Endorphin

Es gehört zu den stimmungsaufhellenden Stoffen. Endorphine senken die Schmerzschwelle und werden deswegen unter akuter Belastung aktiv. Diese Wirkung kann extrem stark sein.

Siehe auch Stress, Stressjunkies, Mañana-Kompetenz, EndorphinsuchtDopaminrausch, Dopamin, Adrenalin
 



Endorphinsucht

Marathonläufer kennen das Phänomen des Runner’s High: alles schmerzt, das Atmen fällt schwer und trotzdem erleben mache Läufer hier einen euphorischen Zustand. Endorphine senken die Schmerzschwelle und werden besonders unter akuter Belastung aktiv. Überlebenswichtig ist dies, wenn der Gehirnbesitzer beispielsweise auf der Flucht ist. Menschen die lange in einer Hochstimmung sind, können Körpersignale, die zur Pause mahnen, lange ignorieren. Im Gegenteil, sie suchen geradezu den Stress und zwar auf allen Gebieten. Immer unter Termindruck, vor Ort immer in Hektik. Zusätzlich Diäten, um sich durch Hunger zu euphorisieren. Statt sich abends bei der Heimfahrt auf die Familie zu freuen, wird Gas gegeben, überholt und das Ganze noch bei hektischer Musik, wo der Verstand doch genau weiß, dass man sich an der nächsten Ampel wieder sieht. Suchtverhalten pur – man braucht den Kick.

Siehe auch Endorphin,  Dopaminrausch, Dopamin, Stressjunkies, Mañana-Kompetenz, Stress, Work-Life-Balance





Entfremdung
Sie ist das Gegenteil von Selbstkongruenz. Entfremdung ist durch die Verfolgung von Zielen charkterisiert, die nicht zum eigenen Selbst passen. Diese Ziele stimmen nicht mit den eigenen Bedürfnissen, Werten und der Lebenserfahrung überein.





Entscheidungen

Bei klugen Entscheidungen ist das Unbewusste mit seinem riesigen Erfahrungsschatz und seinem besonderen Bewertungssystem der somatischen Marker immer „mit im Boot“. Damit ist gemeint, dass der analytische Verstand vor einer klugen Entscheidung mit den eigenen Bedürfnissen in Einklang gebracht wurde – quasi synchronisiert wurde.

Siehe auch Affektbilanz, somatische Marker, Zürcher Ressourcen ModellVerstand,
Übersicht bzw. Vergleich von Verstand und Unbewusstem




Erinnerungshilfen
Siehe Priming






Erstreaktion
Sie sind Ausdruck unserer bevorzugten Affektlagen (Stimmungen) und unseres Temperaments. Diese Facetten von Persönlichkeit sind verhältnismäßig stark genetisch vorgeprägt. Wie wir eine Situation im ersten Moment bewerten bzw. wie wir auf sie reagieren wird in der PSI-Theorie die Erstreaktion genannt.

Sind diese Erstreaktionen zur Bewältigung einer Aufgabe „hinderlich“, können die sogenannten Selbststeuerungsfähigkeiten trainiert und gestärkt werden. Dies kann in einem Coaching oder Workshop mit dem Zürcher Ressourcen Modell-Training erfolgen.

Die klassische Persönlichkeitstypologie ist zu statisch und zu wenig entwicklungsorientiert. Sie teilt Menschen zu einseitig nach ihren emotionalen und kognitiven Erstreaktionen ein, ohne zu berücksichtigen, ob Menschen diesen Erstreaktionen ausgeliefert sind.

Denn selbst eine extrem ausgeprägte Erstreaktion (z. B. sehr hohe Werte bei misstrauisch, bewertungsängstlich, sozial aufgeschlossen, impulsiv, zurückhaltend-rational, eigenwillig, misstrauisch, loyal, optimistisch, sorgfältig, spontan und viele mehr) kann durch eine entsprechend ausgebildete Selbststeuerungskompetenz (z. B. Selbstberuhigung, Selbstmotivation, Selbstbremsung, Selbstkonfrontation und viele weitere) ausgeglichen werden. Das „Zeitfenster“ für diesen Ausgleich kann so klein sein, dass die betreffende Person das gar nicht bemerkt.

Aus der Erstreaktion einer jeden Person ergeben sich Entwicklungsaufgaben.

Beispiele:

  • Eine sehr temperamentvolle Person mit einer stark erhöhten Impulsivität nimmt sich als Entwicklungsaufgabe vor, Impulskontrolle (= Selbstbremsung) zu lernen.
  • Eine sehr sensible Person kann lernen, mehr auf ihre Erfahrungen zu vertrauen und gelassener zu werden (= Selbstberuhigung);
  • Eine selbstkritische Person kann lernen, selbstbewusst und selbstbestimmt zu handeln.

Mit der PSI-Theorie ist es möglich zu erklären, was genau ein bestimmtes Verhalten motiviert, auf welche Weise ein Erleben Stress bewirkt und, im Umkehrschluss, wie dieser Stress sich am besten beseitigen lässt, oder unter welchen Voraussetzungen eine Erstreaktion modifiziert werden kann, wenn es die Person wünscht.

In der Systematik der PSI-Theorie beschreibt Persönlichkeit somit charakteristische und hochindividuelle Formen des Zusammenspiels von kognitiven, emotionalen und motivationalen Prozessen. Diese äusserst differenzierte Sicht auf Persönlichkeit ist einzigartig, und sie eröffnet die Möglichkeit der persönlichkeitsorientierten Beratung.

Die Selbststeuerungskompetenzen (= Zweitreaktion) sollten diese Entwicklungsaufgaben unterstützen.

Siehe Zweitreaktion, Selbststeuerung, Selbstmanagement, Dünnhäuter, Dickhäuter PSI-Theorie (Homepage inkl. PDF zum Download)






Existenzanalyse
  bzw. Logotherapie (abgeleitet vom griechischen logos = der Sinn)
Sie hat das Ziel, der Person zu einem (geistig und emotional) freien Erleben, zu authentischen Stellungnahmen und eigenverantwortlichem Umgang mit sich selbst und ihrer Welt zu verhelfen. Das bedeutet: die existenzanalytische Psychotherapie hat zum Ziel, den Menschen zu befähigen, mit innerer Zustimmung zum eigenen Handeln und Dasein leben zu können.

Siehe auch
PSI-Theorie (Homepage inkl. PDF zum Download), Intelligenz, unbewusste


 

Extensionsgedächtnis,
Siehe
Unbewusstes, adaptives


 

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F




Feedback

In der PSI-Theorie bedeutet Feedback das gefühlte und körpernahe Wahrnehmen des eigenen Tuns und seiner Folgen. Erfolge muss man auskosten und wirklich spüren. Nur so kann Selbstvertrauen wachsen, da ich den Erfolg an mich „heranlasse“.

Für negative Erfahrungen bedeutet dies, dass ich nur aus Fehlern lerne, wenn ich das damit einhergehende negative Gefühl körperlich spüre und nicht nur denke. Das verstandesmäßige Erkennen und Korrigieren eines Fehlers allein reicht nicht aus, um diese Erfahrung in das riesige Netzwerk der gesamten Lebenserfahrung mit aufzunehmen. Dies ist der Grund, wieso Menschen der gleiche Fehler immer wieder passiert.

Siehe auch Feedbackverwertung, PSI-Theorie (Glossar), PSI-Theorie (Homepage inkl. PDF zum Download), sieben Funktionsmerkmale des Selbst, somatische Marker, Embodiment, Selbstvertrauen, Gefühlswahrnehmung
 


 



Feedbackverwertung

Dies ist eines von sieben Funktionsmerkmalen des Selbst bzw. des Unbewussten.

Sie ist die Fähigkeit des Selbst, die Auswirkungen des eigenen Handelns auf der Basis von körperlich gespürten Rückmeldungen auszuwerten.

Um wirklich aus den Ergebnissen seines Handelns zu lernen – und zwar den Erfolgen wie aus den Misserfolgen -, muss ich Erfolge wirklich spüren, also auskosten. Versäume ich dies, kann das Selbstvertrauen nicht wachsen.

Auch die Auswirkungen von Fehlern muss ich spüren. Das verstandesmäßige Erkennen und Korrigieren allein reicht nicht, um umfassend aus Fehlern zu lernen. Auch können Misserfolge nicht auf andere Lebensbereiche übertragen werden, um sie dann dort zu vermeiden, wenn ich die mit Misserfolgen einhergehenden negativen Gefühle z. B. „einfach“ ausblende, leugne, schönrede, schnell mit etwas anderem weitermache.

Feedbackverwertung bedeutet, die Folgen seines eigenen Handelns auch wirklich auf sich „selbst“ beziehen zu können. Dies ist das Fundament von Souveränität.
Sie ist
  • eines von sieben Funktionsmerkmalen des Selbst bzw. Unbewussten bzw. Extensionsgedächtnis.
  • die Fähigkeit des Selbst, die Auswirkungen des eigenen Handelns auf der Basis von körperlich gespürten Rückmeldungen auszuwerten.

Um wirklich aus den Ergebnissen seines Handelns zu lernen – und zwar den Erfolgen wie aus den Misserfolgen -, muss ich Erfolge wirklich spüren, also auskosten. Versäume ich dies, kann das Selbstvertrauen nicht wachsen.

Auch die Auswirkungen von Fehlern muss ich spüren. Das verstandesmäßige Erkennen und Korrigieren allein reicht nicht, um umfassend aus Fehlern zu lernen. Auch können Misserfolge nicht auf andere Lebensbereiche übertragen werden, um sie dann dort zu vermeiden, wenn ich die mit Misserfolgen einhergehenden negativen Gefühle z. B. einfach ausblende.

Feedbackverwertung bedeutet, die Folgen seines eigenen Handeins auch wirklich auf sich „selbst“ beziehen zu können.

Siehe auch sieben Funktionsmerkmale des Selbst, somatische Marker, Selbstvertrauen, Gefühlswahrnehmung
 

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Fehlerkultur
Sie ist die Art und Weise, wie Einzelne oder Institutionen mit Fehlern umgehen. In einer positiven Fehlerkultur werden Fehler zugegeben, damit man ihre Ursachen analysieren und sichere Bedingungen schaffen kann (z. B. Fluggesellschaften). In einer negativen Fehlerkultur (z. B. Krankenhäuser) verheimlicht man Fehler, um sich zu schützen, konzentriert sich auf Schuldzuweisungen, statt die Fehlerursachen zu beseitigen, und neigt dazu, die Fehler in Zukunft zu wiederholen.

Siehe Defensives Entscheiden




Fehler-Zoom oder ObjekterkennungssystemFehlerZomm, PSI-Theorie, Objekterkennungssystem, Hartmut Neusitzer, Julius Kuhl
Es gehört zu den vier Teilsystemen der menschlichen Psyche in der PSI-Theorie. Der Fehler-Zoom ermöglicht das bewusste Registrieren bzw. Wahrnehmen einzelner Sinneseindrücke. Die Beachtung von Kleinigkeiten und/oder Einzelheiten ist besonders wichtig, wenn es gilt eine Fehler- oder Gefahrenquelle zu identifizieren, um sie auch in anderen Zusammenhängen  wiederzuerkennen. Wer dies nicht kann, macht ggf. denselben Fehler immer wieder. Der "Fels in der Brandung" bzw. in der Übertreibung "der Dickhäuter" bleibt beispielsweise zulange ruhig, da er das nahende Ungemach gar nicht erkennt. Diesem Menschen fehlt der Zugang zu diesem wichtigen Teilsystem der Psyche.

Diejenigen, die dies jedoch "im Übermaß" beherrschen, werden schnell zu Unstimmigkeitsexperten. In der Buchhaltung einen Fehler zu finden, dafür weiß man denjenigen zu schätzen. Doch wenn es um jedes Haar in der Suppe, speziell im privaten Bereich geht, kann es für so einen Menschen problematisch werden.

Siehe auch Intuitive Verhaltenssteuerung, Verstand, Unbewusstes, adaptivesPSI-Theorie (Glossar), PSI-Theorie (Homepage inkl. PDF zum Download) 







Flow (englisch „Fließen, Rinnen, Strömen“)Hartmut Neusitzer, Ressourcencoach Hamburg, Flowkanal, Flow, Motivation, Über- bzw. Unterforderung, Person-Job-Passung,
Bezeichnet das als beglückend erlebte Gefühl eines mentalen Zustandes völliger Vertiefung (Konzentration) und restlosen Aufgehens in einer Tätigkeit (Absorption), die wie von selbst vor sich geht – auf Deutsch in etwa Schaffens- bzw. Tätigkeitsrausch oder auch Funktionslust. Flow kann bei der Steuerung eines komplexen, schnell ablaufenden Geschehens im Bereich zwischen Überforderung (Angst) und Unterforderung (Langeweile) entstehen. Der Flow-Zugang und das Flow-Erleben sind individuell unterschiedlich.

An einem Arbeitsplatz entsteht Motivation und Flow dort, wo die richtige Person am richtigen Platz ist. Hierfür ist es einerseits essenziell, eine Vielzahl der Persönlichkeitsmerkmale zu ermitteln. Auf der anderen Seite müssen die Anforderungen der Tätigkeit differenziert deutlich sein.
iehe auch Motivation, Motive, Selbstwirksamkeit und Gesundheitsbrief 24


 



Fremdziele
(auch innere Antreiber bzw. innere Stressoren genannt)
Wieso setze ich innere Antreiber mit Fremdzielen gleich? Unser Gehirn ist ein Problemlösungsorgan. Dabei spielt das Zwischenhirn (Unbewusstes) die entscheidende Rolle. Das Zwischenhirn (Stammhirn) möchte dem Besitzer vor allem angenehme, lebenserhaltende Erfahrungen „machen lassen“. Dies betrifft auch solche Erfahrungen, die die Lebensqualität steigern. Hierum reagiert dieser Teil unseres Gehirns auf eine mögliche Gefahr viel schneller.


Hyperaktive innere Antreiber machen dem Gehirn „keinen Spaß“. Im Gegenteil: sie gefährden die Gesundheit. Hierum können wir gar nicht selber auf die Idee gekommen sein, die inneren Antreiber „als Freunde anzunehmen“. Sie sind, unliebsame Fremdziele. Mittels eines einfachen Selbsttests kann man seine inneren Antreiber ermitteln. In einem Coaching oder einem ZRM-Workshop kann man sich dann sehr gezielt von der Fremdsteuerung verabschieden, um künftig wieder selbstkongruent und authentisch zu handeln.

Ohne Entfremdung kein Burnout und keine Zivilisationskrankheiten!

Manche Menschen merken gar nicht, dass sie sich selbst überfordern. Letztlich verantwortlich dafür ist ein "innerer Antreiber" oder sogar mehrere. Diese verhindern, dass Menschen aus einem Dilemma, einem Zwiespalt oder „dem Hamsterrad“ nicht herauskommen - jedenfalls solange sie dies nicht wirklich erkannt haben. Mit dem Selbsttest kann man herausfinden, was der innere Antreiber ist und ob man Gefahr läuft, eine Überforderung zu ignorieren.

Erstaunlicherweise schätzen Menschen ihre Bedürfnisse falsch ein. Die Differenzen zwischen bewussten und unbewussten Bedürfnissen lassen sich über eine Diagnostik ermitteln. Die Ergebnisse lösen bei den Personen immer ein (erleichtertes) Aha-Erleben aus. Aus den Ergebnissen lässt sich sehr schnell die Entwicklungsrichtung innerhalb eines Workshops oder Coachings darstellen.

Einzigartig bei diesem Test ist die Messung der unbewussten Motivationsstruktur (Bedürfnisse). Es ist in der Tat überraschend, dass die unbewussten Antriebsquellen in etwa der Hälfte der Fälle (bei über 15.000 Tests) deutlich von dem abweichen, was Testpersonen über ihre eigene Motivation (bewusst) annehmen. Dabei steuert gerade die unbewusste Motivation unser nachhaltiges Verhalten und ist die größte Kraftquelle für unser tägliches Handeln. Je besser es uns gelingt, diese Kraftquelle zu erschließen, desto leichter können wir die Aufgaben und Anforderungen im Beruf und Alltag erfolgreich meistern.

Die Fremdziele wurden uns als (Werte-)Vorstellungen sehr oft von unseren Eltern oder anderen Vorbildern durch Vormachen „ins Gehirn eingebaut“. Oft geschah dies zu einer Zeit, wo uns als Kindern die Erfahrung fehlte. Weiterhin fehlte uns als Kleinkind noch die ausgereifte Großhirnrinde. Die hätte das vorgemachte Verhalten in Verbindung mit Lebenserfahrung als ungünstig bewerten können. Die Großhirnrinde ist beim Menschen erst ca. mit dem 13. Lebensjahr ausgereift. Dies ist auch die Ursache für die anstrengenden Nebenwirkungen der Pubertät. Erst mit der ausgereiften Großhirnrinde sind Kinder in der Lage, den hoch schießenden Emotionen Lebenserfahrung entgegen zu setzen. Doch das ist ein anderes Thema …

Wie man sich ein eigenes, kraftvolles Ziel auf der Basis der eigenen Bedürfnisse „baut“, welches von der ganzen Persönlichkeit getragen wird, bzw. mit dem sich der Mensch ganz identifizieren kann, ist Thema im ZRM-Training oder in einem Coaching mit dem Zürcher Ressourcen Modell (ZRM). Mein Workshop-Angebote finden Sie hier.

Siehe auch Entfremdung, Werte, MottoZiele, Zürcher Ressourcen Modell, Burnout, Motivation, Selbstkongruenz, somatische Marker, Emotionen, Unbewusstes, adaptives, Motive, Selbstkontrolle, Selbstregulation, Willensstärke, Psychosomatische Erkrankungen





Frontalhirnrinde

Sie ist der vordere Teil der Großhirnrinde. Dort findet unter anderem bewusstes Planen, Denken und Handeln statt.

Siehe auch Gehirn, Großhirnrinde, Verstand, Übersicht bzw. Vergleich von Verstand und Unbewusstem




Frustrationstoleranz
Dies ist die Fähigkeit, auf den richtigen Moment zum Handeln warten zu können. Trotz eines Handlungsimpuls kann man sich gut bremsen.

Siehe auch Affektregulation, Verstand


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G






Gehirn, menschliches

Das Gehirn wird in den Neurowissenschaften heutzutage als ein dynamisches, sich selbstorganisierendes System verstanden. Es ist in jeder Hinsicht bis ins hohe Alter lernfähig (plastisch). Auch ein 80-jähriger Herr kann noch chinesisch lernen – jedoch nicht an der Volkshochschule. Notwendig wäre, in ihm Begeisterung zu entfachen. Dies wäre beispielsweise möglich, indem sich der 80-jährige Herr in eine Chinesin verliebt und mit ihr den Lebensabend in China verbringt ... (Prof. Dr. Gerald Hüther, Hirnforscher) - siehe seine Vorträge in YouTube

Siehe auch
Selbstkongruenz, Großhirnrinde, Unbewusstes, adaptives, Stammhirn,
Übersicht bzw. Vergleich von Verstand und Unbewusstem, Plastizität, neuronale






Gefühl

Es ist der Oberbegriff für Affekte, Emotionen und Stimmungen. Gefühle haben eine zentrale Funktion z. B. für kluge Entscheidungen, besonders in dynamischen, komplexen und unübersichtlichen Situationen.

Siehe auch Affekte, Emotionen, Stimmungen







Gefühlswahrnehmung
Sie ist umgangssprachlich die Fähigkeit, beispielsweise ein Bauchgefühl wahrzunehmen und es ernst zu nehmen. Diese wichtige Bewertung sollte dann in Entscheidungen mit einbezogen werden. Versäume ich dies, beispielsweise durch Gefühlsblindheit, entstehen oft schmerzliche (innere) Nachentscheidungskonflikte.

Siehe auch Feedbackverwertung





Gestalterhaltung

Menschen mit dieser Haltung nennt man in der Persönlichkeitstheorie Gestalter. Sie vertrauen darauf, dass sie die Gestalter ihres Schicksals bzw. ihres Lebens sind und keine Opfer. Doch allzu leicht werden diese Menschen mit unverbesserlichen Optimisten, unsensiblen Machern oder coolen Bagatelisierern verwechselt.

In der Gestalterhaltung behält ein Mensch auch in schwierigen bzw. komplexen Situationen den Überblick. Dank der Selbststeuerungsfähigkeit zur Affektregulation beherrschen sie die Selbstberuhigung und die Selbstmotivierung.

Siehe Opferhaltung bzw. Lageorientierung, Selbststeuerung, PSI-Theorie (Homepage inkl. PDF zum Download)





goal commitment,
siehe Zielverpflichtung, MottoZiele






Großhirnrinde

Sie ist unser „Werkzeugkoffer“. Hier findet Bewusstsein und Wahrnehmung statt. Sie liegt wie eine Art Badekappe auf dem Rest vom Gehirn und hat einen Dicke von ca. 3 bis 5 mm. Und nur auf diese Region hat der Mensch bewusst „Zugriff“.

Siehe auch Gehirn, Frontalhirnrinde, Übersicht bzw. Vergleich von Verstand und Unbewusstem


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H




Haltung
Eine innere Haltung ist die sich auf Grund von im Laufe des Lebens gemachten Erfahrungen, aus denen sich dann eine innere Einstellung bzw. innere Haltung herausbildet. Hierzu haben sich neuronale Verschaltungen in der Frontalhirnrinde gebildet. Dabei kann es sich um Erfahrungen mit Kollegen, mit Partnern, mit Lehrern, mit Vorgesetzten, mit Männern oder Frauen, mit Ausländern, mit Computern, Handys (u. v. m.) handeln. Man hat dann eine Haltung gegenüber …, die sich dann als ein sehr "hartnäckiges" Vorurteil darstellt.


Siehe auch MottoZiele, Gestalterhaltung, Opferhaltung




Haltungsziel siehe MottoZiele





Handlungserfolg
- Wirksamkeit
Beispielsweise ist eines von vielen besonderen Charistika im Zürcher Ressourcen Modell die Vermittlung von Theorie zur Funktionsweise des Gehirns. Macht sich ein Mensch auf den Weg, künftig anders zu handeln/anders zu reagieren, bedarf es auch des bewussten Lernens und Übens. Gerade in Situationen des Handelns unter Druck, kann es passieren, dass dann doch wieder alte, unerwünschte Automatismen „greifen“. Ein Mensch, der damit beginnt, auf eine neue Art zu handeln, sollte dies wissen. Dies Wissen bedeutet für ihn eine Art Erleichterung und stärkt seine Fähigkeit, im Fall von Misserfolgen und Rückschlägen sein Selbstwirksamkeitserleben aufrecht zu erhalten und weiter am „Ball zu bleiben“.


Siehe auch Zürcher Ressourcen Modell, Selbstwirksamkeit, Motto-Ziel, Optimismus, Frustrationstoleranz




Humanistische Psychologie
Sie wurde von dem amerikanischen Psychotherapeuten Carl Rogers in den 1960er-Jahren begründet. Sie vertritt den festen Glauben an das positive Veränderungspotenzial im Menschen. Hieraus hat sich in den 1980er-Jahren die Ressourcenforschung entwickelt.

Siehe auch PSI-Theorie, Zürcher Ressourcen Modell


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I




Identität
bildet sich auf der Grundlage der gesammelten Lebenserfahrungen im Unbewussten/im limbischen System heraus.

siehe auch Gehirn, Basisbedürfnis, Motivesomatische Marker, Selbstkongruenz, Affektbilanz, Zürcher Ressourcen Modell, PSI-Theorie (Glossar), PSI-Theorie (Homepage inkl. PDF zum Download)






Inkongruenz
Sie ist alltagssprachlich ein innerer Widerspruch. Eine Absicht steht dann im Widerspruch zu einem Basisbedürfnis. Je größer die Diskrepanz zwischen bewussten und unbewussten Bedürfnissen, desto größer die Stressquelle bzw. der Energieverlust. Diese Diskrepanzen lassen sich mit einem Online-Test darstellen.

Erstaunlicherweise schätzen Menschen ihre Bedürfnisse falsch ein. Die Differenzen zwischen bewussten und unbewussten Bedürfnissen lassen sich über eine Diagnostik ermitteln. Die Ergebnisse lösen bei den Personen immer ein (erleichtertes) Aha-Erleben aus. Aus den Ergebnissen lässt sich sehr schnell die Entwicklungsrichtung innerhalb eines Workshops oder Coachings darstellen.

Einzigartig bei diesem Test ist die Messung der unbewussten Motivationsstruktur (Bedürfnisse). Es ist in der Tat überraschend, dass die unbewussten Antriebsquellen in etwa der Hälfte der Fälle (bei über 15.000 Tests) deutlich von dem abweichen, was Testpersonen über ihre eigene Motivation (bewusst) annehmen. Dabei steuert gerade die unbewusste Motivation unser nachhaltiges Verhalten und ist die größte Kraftquelle für unser tägliches Handeln. Je besser es uns gelingt, diese Kraftquelle zu erschließen, desto leichter können wir die Aufgaben und Anforderungen im Beruf und Alltag erfolgreich meistern.


Siehe auch Basisbedürfnis, Motive, somatische Marker, Selbstkongruenz, Affektbilanz, Zürcher Ressourcen Modell, Psychosomatische Erkrankungen




Innere Antreiber
Siehe Fremdziele, Motive, somatische Marker, Selbstkongruenz

 





Innere Sicherheit (Selbstsicherheit)

Sie ist eines von sieben Funktionsmerkmalen des Selbst (Unbewusstes). Sie ist die Fähigkeit des Selbst, auch bei schwierigen Erfahrungen immer wieder auf die eigenen positiven Kräfte zu vertrauen. Sie ist tiefer verankert als Überzeugungen und Gedanken (Kognitionen), die ebenfalls Sicherheit vermitteln. Sie wird gefühlt, nicht gedacht.

Um eine „Offenheit für (neue) Erfahrungen“ aufzubringen, ist ein Mindestmass an innerer Sicherheit notwendig. Nur dann kann ich mich auf den Weg zur Selbstentwicklung machen. Auf diesem Weg wird dann auch die innere Sicherheit wieder zunehmend gestärkt.

Die innere Sicherheit hat zwei Aspekte.
Ein Aspekt bezieht sich auf die eigene Person,
der andere auf die Mitmenschen.
Innere Sicherheit besteht aus der Fähigkeit, meine eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und auszudrücken und zusätzlich darauf zu vertrauen, dass es Mitmenschen gibt, denen es wichtig ist, meine Bedürfnisse zu kennen und sich mit ihnen zu befassen.
 
Siehe auch sieben Funktionsmerkmale des Selbst, PSI-Theorie (Glossar), PSI-Theorie (Homepage inkl. PDF zum Download), Unbewusstes, adaptives, Selbstausdruck 



 
Intelligenz, unbewusste  (Intelligenz des Unbewussten)
Viktor Frankl (Begründer der Logotherapie bzw. Existenzanalyse) hat experimentell nachweisen können, dass besonders analytisch denkende Menschen bei dynamischen, komplexen und unübersichtlichen Situationen Herausforderungen deutlich schlechter abschnitten als intuitiv vorgehende Menschen.

Das Unbewusste arbeitet Dank seiner Parallelverarbeitung 200.000 Mal schneller als der Verstand. Hierdurch ergibt sich jedoch die „Schwäche des Unbewussten“: Es gibt nur Wahrscheinlichkeitsurteile ab und diese sind oft unpräzise. Andererseits bietet das Unbewusste seinem Besitzer sehr rasch Lösungsvorschläge an. Diese „Vorschläge“ (z. B. ein „Bauchgefühl“, das Hochziehen der Augenbraue) können in einem nächsten Schritt mit der analytischen Präzision des Verstandes weiter ausgearbeitet und in konkrete Strategien überführt werden, wenn dies denn gewünscht und angebracht ist.

Siehe auch PSI-Theorie, Unbewusstes, adaptives, Parallelverarbeitung auf einer besonders hohen Integrationsebene






Intentionen

Sie sind Vorsätze und Absichten, die vom gesamten Menschen inklusive des gesamten psychischen Systems und des Körpers gewollt werden.

Siehe auch Absichtsgedächtnis





Intentionsgedächtnis

Siehe Absichtsgedächtnis, Intuitive Verhaltenssteuerung






Intuitive Verhaltenssteuerung

Sie ist weitgehend unabhängig von bewusster Planung. Sie verläuft meist unbewusst und baut auf Automatismen auf (z. B.: Auto fahren, Schwimmen, Zähne putzen, etc.). Sie läuft in Bruchteilen von Sekunden ab und entzieht sich somit dem Planen und den bewussten Absichten. Sie ist gerade in sozialen Interaktionen (Smalltalk, Tanzen, Flirten, Verkauf, Verhandlung, Mutter-Baby-Kommunikation u.v.m.) von zentraler Bedeutung.
intuitive Verhaltenssteuerung, PSI-Theorie, Julius Kuhl, Motivation, Hartmut Neusitzer
Die intuitive Verhaltenssteuerung ist nicht nur bei der Ausführung von automatisierten Verhaltensroutinen wichtig, sondern auch wenn jemand eine Absicht wirklich und auf Dauer umsetzen will.


Siehe auch PSI-Theorie (Glossar), PSI-Theorie (Homepage inkl. PDF zum Download), Unbewusstes, adaptives, Übersicht bzw. Vergleich von Verstand und Unbewusstem

 

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J



Jugendliche 
Da immer weniger allgemeinverbindliche Werte existieren, sind junge Menschen in der heutigen Zeit in einem großen Ausmaß auf die Fähigkeit der Selbststeuerung angewiesen.

Siehe auch Werte, Zürcher Ressourcen Modell, Selbstkongruenz, PSI-Theorie (Glossar), PSI-Theorie (Homepage inkl. PDF zum Download)

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K





Komplexität
Ein komplexes System ist gekennzeichnet durch Elemente, die einem Betrachter teils vorenthalten bleiben und die sich gegenseitig, oft in unbekannter Weise beeinflussen. Dies geschieht in sich ständig verändernder Form.
 














 

Wenige Einflussfaktoren kann man erkennen, einige nur erahnen. Wird ein Element verändert, kann dies sofort Auswirkungen auf das ganze System haben. Eine Veränderung kann jedoch auch Spätfolgen in Gang setzen, die man zuvor nicht bedenken konnte. Komplexe Systeme sind das Wetter, ein Waldbrand, die Wirtschaft, das Finanzsystem, das Gehirn, die Liebe, die Gesundheit, die Kommunikation, eine Unterrichtsstunde und vieles mehr.

Siehe auch PSI-Theorie (Glossar), PSI-Theorie (Homepage inkl. PDF zum Download), Zürcher Ressourcen Modell, Notfall-,Krisen- & Katastrophen-Management, Haltungsziele, kompliziert  


 



kompliziert
Der Aufbau eines Automotors oder die Anwendung einer Rechenformel sind kompliziert.
Jedoch: Auch ein Laie kann sich von einem Experten erklären lassen, welches (Bau-)Teil eines Motors welche Funktion hat. Würde man etwas entfernen, kann man genau vorhersagen, was passiert bzw. nicht mehr passiert.

Siehe auch Komplexität






Kongruenzprüfung

Eine Kongruenzprüfung mit der Affektbilanz hilft festzustellen, inwieweit eine Absicht kongruent ist. Sobald eine Absicht kongruent ist, steht sie im Einklang den Basisbedürfnissen.

Siehe auch Affektbilanz, Selbstkongruenz, somatische Marker, Inkongruenz, PSI-Theorie (Glossar), PSI-Theorie (Homepage inkl. PDF zum Download), Zürcher Ressourcen Modell
 



 
Körper- und Gefühlseinbindung
Hierunter versteht man in der PSI-Theorie die starke Vernetzung des Selbst (Unbewusstes) mit den Gefühlen und dem autonomen Nervensystem. Das Selbst bindet die Körperwahrnehmung immer in seine Aktivität ein. So entsteht ein Signalsystem, das zum Auffinden bedeutsamer Erinnerungen und zum Auswerten von Rückmeldungen genutzt wird. Dieses Signalsystem „äußert“ sich über die „somatischen Marker“.

Siehe auch Gefühl, PSI-Theorie (Glossar), PSI-Theorie (Homepage inkl. PDF zum Download), sieben Funktionsmerkmale des Selbst, Zürcher Ressourcen Modell, Unbewusstes, adaptives, Embodiment, somatische Marker

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L






Lageorientierung (Opferhaltung)
Bei lageorientierten Menschen dreht sich vor allem alles um die eigene (unbefriedigende) Lage. Sie erleben sich als Opfer der Umstände ("Opferhaltung"). Sie bilden selten bzw. gar keine Ziele. Sie treffen keine Entscheidungen bzw., es fällt ihnen unglaublich schwer. Sie orientieren sich an Normen und Werten, die von außen kommen, statt an den eigenen. Sobald Hindernisse auftauchen, geben sie schnell auf.

Wird diesen Menschen eine hilfreiche "neue" Vorgehensweise vorgeschlagen, hört man:
"Das haben wir noch nie so gemacht!"
Forschungen haben gezeigt, dass Menschen mit einer „Opferhaltung“ Schwierigkeiten haben, Kontakt zu den eigenen Gefühlen zu bekommen. Häufig sind Stress oder negative Gefühle (Sorgen, Angst) verantwortlich für diese Haltung. Sie blockiert den Zugang zur Selbstwahrnehmung.

Die Fähigkeit des Menschen, seine Affekte zu regulieren, wird in der PSI-Theorie als Selbststeuerung oder Selbstmanagement bezeichnet. Diese Selbststeuerungskompetenzen können in jedem Alter erworben und trainiert werden.

Menschen sind, wenn sie es wollen, nicht Opfer der Umstände, sondern können weitgehend zu Gestaltern ihres Lebens werden.

Siehe auch meine Gesundheitsbriefe 02 bis 05, 17 und 22:
 

Möchte man seine Persönlichkeit weiterentwickeln, kann man dies bis ins hohe Alter.

siehe auch Gestalterhaltung, Selbststeuerung, Misserfolgsbewältigung, Selbstkontrolle, Psychosomatische Erkrankungen, PSI-Theorie (Glossar), PSI-Theorie (Homepage inkl. PDF zum Download)





Leadership-Development - deutsch: Führungskräfte-Entwicklung. Die Begleitung von Führungskräften und Nachwuchsführungskräften zur Stärkung ihrer Führungskompetenz. Dazu gehören Aspekte wie Selbstmanagement, Mitarbeiterführung, Team- und Organisationsführung. Leadership Development meint meist einen längerfristigen Prozess in einer geschlossenen (Lehrgangs-)Gruppe. Dabei kommen unterschiedliche Methoden zum Einsatz: Seminare, Einzelcoaching, Lernen in der Peer Group, Durchführung von Projekten im Unternehmen, Begleitung durch Vorgesetzte etc. Wesentlich ist die Ankoppelung der Ausbildung an die strategische Ausrichtung des Unternehmens.

Siehe auch transformationale Führung, Souveränität, Charisma, Zürcher Ressourcen Modell
 



Limbisches System
siehe Unbewusstes, adaptives

 

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M




Management
leitet sich ab von englisch manage, dies von italienisch maneggiare „an der Hand führen“, dies von lat. manus „Hand“


 



Mañana-Kompetenz
ist die Fähigkeit, sich Pausen, Rituale und Muße wieder aktiv zu gönnen. Diese Kompetenz stellt einen wichtigen Schlüssel zu einem dauerhaft erfüllten und zufriedenen Leben dar. Sie entspricht einem modernen Ansatz in der Gesundheitsaufklärung: weg vom Risikodenken und hin zu den wirklichen Gesundheitsressourcen.

Verlässlichkeit, Chancen, Perspektiven, gute Schulen und gute Chefs – das alles hat sehr viel mit Stessreduktion, unserem vegetativen Nervensystem und damit mit langfristigem Wohlergehen und ebensolcher Leistungsfähigkeit zu tun.

Siehe auch Parasymphatikus, Symphatikus, vegetatives Nervensystem, Zürcher Ressourcen Modell, ZRM-Training, BuchTipp, Psychosomatische Erkrankungen


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Misserfolgsbewältigung

Konstruktiver Umgang mit Misserfolgen (Lernen aus Fehlern).

Negativer Affekt nach Misserfolgen und Enttäuschungen ist wichtig, um zu erkennen, was Ihr Anteil an diesem Ereignis war und ist. Aus Fehlern und Misserfolgen kann jeder viel lernen. Deshalb ist es wichtig, den negativen Affekt auszuhalten, aber nicht allzu lange darunter zu leiden.

Irgendwann sollten Sie wieder nach vorne blicken und sich mit der Angelegenheit versöhnen, anstatt sich Vorwürfe zu machen.

In einer Notsituation (handeln unter Druck) muss man jedoch in der Lage sein, das Zeitfenster für den negativen Affekt extrem kurz zu halten. Um so wichtiger ist dann die Reflexion und die Erholungsphase nach der Belastungssituation.
 
Siehe auch PSI-Theorie (Glossar), PSI-Theorie (Homepage inkl. PDF zum Download), Selbststeuerungsfähigkeit, Affektregulation, Selbststeuerungstest





Motivkonflikt
Dieser besteht im Sinne des Zürcher Ressourcen Modells dann, wenn jemand zwei oder mehr Absichten nicht „unter einen Hut“ bekommt. Wobei der Motivkonflikt bewusst oder unbewusst sein kann.

Beispiel:
Das Abi wurde bestanden und das Studium soll in wenigen Wochen beginnen. Einerseits freut sich die Person auf die große, weite Welt und andererseits wird ihr Handeln und das nötige Planen durch die Heimatverbundenheit und dem Schutz der Familie „gelähmt“.

Oder:
Der bewusste Wunsch nach Abgrenzung und zeitgleich das unbewusste Bedürfnis, geliebt zu werden.

Durch das ZRM-Training lässt sich jeder Motivkonflikt auflösen.
Aus dem festen Glauben an das Entweder-Oder wird ein Sowohl-als-auch.

Siehe auch Motto-Ziele, Wunderrad, Zürcher Ressourcen Modell, Psychosomatische Erkrankungen







Motivation

Sie bezeichnet das auf emotionaler und neuronaler Aktivität beruhende Streben eines Menschen nach Zielen oder wünschenswerten Zielobjekten. Motivation steigert die Handlungsbereitschaft und ist somit die Triebkraft für Verhalten und Handeln. Dem Aufbau von Motivation widmen sich die beiden ersten beiden Phasen im Zürcher Ressourcen Modell-Training.

Grundsätzlich kann man niemanden motivieren. Jemand kann immer nur sich selbst motivieren.

Unbenommen spricht man von intrinsischer Motivation, die somit von "Innen" kommt und extrinsischer Motivation. Wobei mit extrinsischer Motivation unterschiedliches gemeint sein kann: Anreizsysteme, Druck und Drohungen oder auch Einladungen, Inspiration beispielsweise durch Führungskräfte.

Siehe auch Motive, Willensstärke, transformationale Führung,

 







Motive - bewusste und unbewusste Bedürfnisse
(In der nachfolgenden Erläuterung werden die Begriffe Motiv und Bedürfnis synonym verwendet)

In der PSI-Theorie werden im Kern drei Motive unterschieden:

  • Beziehungsmotiv ist das Bedürfnis nach guten Beziehungen und Verbundenheit, z. B. Kommunikations- und Teamfähigkeit, Kontaktaufnahme, Beziehungspflege, „Beziehungen gestalten - man möchte dazu gehören.“
    In Beziehungen geht es nicht um „stärker“ oder „schwächer“ oder andere Kategorien von Hierarchie, sondern dass die Interaktion auf Augenhöhe gesucht wird.
     
  • Leistungsmotiv ist das Bedürfnis nach Leistung und Steigerung der eigenen Kompetenzen. Also unser Drang nach Lernen, Wachstum und Verbesserung in unserem Tun, z. B. Ausdauer und Lernmotivation, Herausforderungen bewältigen und meistern wollen.
    Die Leistungsmotivation erkennt man daran, dass man sich mit einem Gütemaßstab misst, z. B. möchte man sich gegenüber seinen früheren Leistungen verbessern oder besser abschneiden als andere. Dabei geht es zwar um schwierige, aber prinzipiell erreichbare Ziele sowie um die Entwicklung eigener Kompetenzen.
    Bei Führungskräften sollte beispielsweise kein überdurchschnittlich hohes Leistungsmotiv vorhanden sein. Eine Folge hiervon wäre oft alles alleine machen zu wollen.
     
  • Machtmotiv ist das Bedürfnis nach Selbstbehauptung und Selbstausdruck, insbesondere durch eigene Einflussnahme auf andere:
    „sich durchsetzen und behaupten“, andere von seinen Vorstellungen überzeugen, Durchsetzung eigener Interessen, der Wunsch etwas bewirken zu wollen, Einfluss auszuüben, aus einer souveränen Position heraus Expertenwissen weitergeben. Das kann Einfluss auf andere meinen, was nicht nur bei Führungsaufgaben wichtig sein kann, oder auch Verantwortung und Fürsorge für andere, was natürlich auch eine Form der Beeinflussung darstellt.  Beispielsweise hatten Mutter Theresa und Albert Schweizer ein extrem hohes Machtmotiv.
Diese drei Motive können in ihrer individuellen Ausprägung als Kraftquelle eines Menschen angesehen werden.
Einzigartig ist die Messung der unbewussten Motivationsstruktur.

Erstaunlicherweise schätzen Menschen ihre Motive bzw. Bedürfnisse oft falsch ein.

Es ist in der Tat überraschend, dass die unbewussten Antriebsquellen in etwa der Hälfte der Fälle (bei ca. 20.000 Tests) deutlich von dem abweichen, was Testpersonen über ihre eigene Motivation annehmen. Dabei steuert gerade die unbewusste Motivation unser nachhaltiges Verhalten und ist die größte Kraftquelle für unser tägliches Handeln. Je besser es uns gelingt, diese Kraftquelle zu erschließen, desto leichter können wir die Aufgaben und Anforderungen im Beruf und Alltag erfolgreich meistern.

Die Differenzen zwischen bewussten und unbewussten Bedürfnissen lassen sich über eine Diagnostik ermitteln. Die Ergebnisse lösen bei Menschen immer ein Aha-Erleben aus.

Aus den Ergebnissen lässt sich sehr schnell die Entwicklungsrichtung innerhalb eines Workshops oder Coachings darstellen.

Warum unbewusste Motive?
Da sie eine bedeutsame Kraftquelle einer Person darstellen, ist es wichtig, sie sich bewusst zu machen. Diese Erkenntnisse können im beruflichen wie im privaten Alltag genutzt werden.

Diskrepanzen zwischen bewussten und unbewussten Motiven können durch eine Diagnostik erfasst werden. Diskrepanzen können nachweislich zu psychosomatischen Beschwerden und anderen Beeinträchtigungen wie Burnout führen.

OMT, MUT, Motive, Julius Kuhl, Beduerfnisse, Bedürfnisse, Maja Storch, Motive, Hartmut Neusitzer


 

siehe auch Entfremdung, Zürcher Ressourcen Modell, PSI-Theorie (Glossar), PSI-Theorie (Homepage inkl. PDF zum Download), Persönlichkeitsdiagnostik, Psychosomatische Erkrankungen
 

 



Motto-Ziele

Sie werden auch Haltungsziele oder Identitätsziele genannt. In der Begrifflichkeit der PSI-Theorie von Prof. Julius Kuhl gesprochen, wird ein Ziel in dem Moment persönlich akzeptiert, wennhttps://www.mein-ressourcencoach.de/105/psi-theorie sowohl der Verstand als auch das Unbewusste positive Bewertungen dazu abgeben.

Erstmals in der Geschichte der Zielpsychologie existiert mit den Motto-Zielen ein Verfahren, um Ziele zu bilden, die effektiv und direkt die Synchronisierung von bewusster und unbewusster Bewertung erlauben. Ein Motto entfaltet seine volle Wirkkraft immer auf der Basis eines vorangegangenen Reflexionsprozesses. Ein im Zürcher Ressourcen Modell-Training gut gebautes Motto-Ziel erzeugt eine hohe Selbstkongruenz, also eine inhaltlich sinnvolle Vereinbarkeit zwischen Verstandesabsicht und dem Unbewussten. Verstand und Gefühl werden quasi synchronisiert, um damit beispielsweise Zielkonflikte auszuräumen und/oder sich von inneren Antreibern zu verabschieden. Aus einer Entweder-oder-Haltung bringt man sich in die „unendliche Weite“ des Sowohl-als-auch.

Beispielsweise erzeugen Motto-Ziele mehr Optimismus als konkrete Ziele, mehr Widerstandsfähigkeit bei Misserfolg, sie erhöhen die Selbstmotivierungsfähigkeit sowie das Gefühl, selbstbestimmt zu sein. Probanden, die sich zu ihrer unangenehmen Pflicht ein Motto-Ziel erarbeitet haben, sind nach der Intervention signifikant liebenswürdiger und optimistischer. Auch steigt bei diesen Probanden die positive Emotionalität (Extraversion). Motto-Ziele führen zu einer höchst signifikanten subjektiven Veränderung im Erleben und Verhalten, insbesondere zu mehr Entspannung, Gelassenheit und Optimismus. (siehe auch meine Kurzfassungen von Wirksamkeitsstudien)


Das Motto-Ziel ermöglicht eine Einstellungsänderung auf der Haltungsebene. S.M.A.R.T.-Ziele werden dann dazu genommen und definiert, wenn es um die konkreten Handlungsschritte der Umsetzung geht. Diese SMART-Ziele haben dann die Energie, aus dem zuvor erarbeiteten Motto-Ziel, weil durch dieses die Synchronisation von Verstand und Unbewusstem sichergestellt wird. Da das ZRM-Training konsequent ressourcen- und zukunftsorientiert konzipiert ist, kann sich dadurch die gesamte Team- und Führungskultur in einem Unternehmen verändern.

Siehe auch Intentionsgedächtnis, Unbewusstes, adaptives, Selbstkongruenz, Zielpsychologie, PSI-Theorie (Glossar), PSI-Theorie (Homepage inkl. PDF), Zürcher Ressourcen Modell, ZielpyramideSelbstwirksamkeit, Optimismus, S.M.A.R.T.-Ziele, Handlungserfolg, Resilienz, Flow, Komplexes Problemlösen, Übersicht bzw. Vergleich von Verstand und Unbewusstem

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N



neuronale Plastizität
Siehe Plastizität, neuronale



 

Notfall
Synonyme:
Ausweglosigkeit, Bedrängnis, Bredouille, Dilemma, Gefahr, Kalamität, Katastrophe, Klemme, Krise, missliche Lage/Situation, Malaise, Misere, Misserfolg, Misslichkeit, Not, Notlage, Notsituation, Notstand, Patsche, Rückschlag, Sackgasse, Schlamassel, schwierige Lage/Situation, Schwierigkeit, Schwulitäten, Unglück, Zwangslage, Zwickmühle

Siehe auch Notfall-, Krisen- & Katastrophen-Management






Nucleus accumbens (Belohnungszentrum), Ressourcencoach, Hartmut Neusitzer, PSI-Theorie, ZRM
Nucleus accumbens (Belohnungszentrum)

siehe Amygdala, Affektbilanz




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O






Optimismus (Glaube an die eigene Selbstwirksamkeit)
In der wissenschaftlichen Psychologie werden ähnlich wie in vielen alltagspsychologischen Ansätzen einseitig die Vorteile des positiven Denkens und des positiven Affekts hervorgehoben. Es gibt in der Tat kaum ein Führungskräfteseminar, kaum ein Lebenshilfebuch, in dem nicht die Vorteile von Optimismus und "positivem Denken" angepriesen würden. Diese einseitige Akzentuierung positiver Gefühle hat eine lange Tradition.

Empfehlungen wie „Man muss nur positiv denken“ oder „Man muss nur an sich glauben“ geben zwar eine interessante Beobachtung wieder, nämlich dass erfolgreiche Menschen meist ihre Kontrollierbarkeit und Selbstwirksamkeit höher einschätzen und auch positiver denken als weniger erfolgreiche. Diese Konzepte greifen jedoch zu kurz. Die Ergebnisse aus der Forschung zur „gelernten Hilflosigkeit“ haben gezeigt, dass Leistungseinbußen nach Misserfolgserfahrungen nicht primär auf generalisiertem Pessimismus beruhen, sondern auf Beeinträchtigungen der Affektregulation, die ihrerseits dann die Leistung und sekundär auch den Optimismus reduzieren können.

Die mit einem stark entwickelten Selbst verbundene Fähigkeit zur Selbstmotivierung erklärt zum Beispiel zwei Merkmale resilienter Personen: Wer sich immer wieder selbst Mut machen kann, fühlt sich selten als Opfer seines Schicksals und kehrt auch immer wieder zu einer optimistischen Haltung zurück. Dabei darf der Optimismus jedoch nicht übertrieben werden, etwa um schmerzhafte Erfahrungen chronisch zu verdrängen.

Den Glauben an die eigene Selbstwirksamkeit kann man lernen, wenn man dabei professionell unterstützt wird. Mit dem Verständnis der PSI-Theorie, können für jede konkrete Situation spezifische Übungspläne entwickelt werden.

Beispielsweise erzeugen Motto-Ziele mehr Optimismus als konkrete Ziele, mehr Widerstandsfähigkeit bei Misserfolg, sie erhöhen die Selbstmotivierungsfähigkeit sowie das Gefühl, selbstbestimmt zu sein. Probanden, die sich zu ihrer unangenehmen Pflicht ein Motto-Ziel erarbeitet haben, sind nach der Intervention signifikant liebenswürdiger und optimistischer. Auch steigt bei diesen Probanden die positive Emotionalität (Extraversion). Motto-Ziele führen zu einer höchst signifikanten subjektiven Veränderung im Erleben und Verhalten, insbesondere zu mehr Entspannung, Gelassenheit und Optimismus. (siehe meine Kurzfassungen von Wirksamkeitsstudien)

Siehe auch SelbstkongruenzSelbstwirksamkeit, Motto-ZielZielpsychologie, PSI-Theorie (Glossar), PSI-Theorie (Homepage inkl. PDF zum Download), Zürcher Ressourcen Modell, Resilienz, PSI-Theorie (Glossar), PSI-Theorie (Homepage inkl. PDF)  

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P





Parasymphatikus
Er ist ein Teil des vegetativen Nervensystems mit seinen unbewussten Reaktionen. Mit seiner Hilfe sind Regeneration, Abwehr und Kreativität möglich. Die Fähigkeit ihn aktivieren zu können wird auch Mañana-Kompetenz genannt. Ohne diese Fähigkeit laufen wir Gefahr, nicht mehr zu erkennen was wir brauchen, um schließlich unzufrieden und krank zu werden. Die Fähigkeit ihn gezielt zu aktivieren, ist heute die Voraussetzung dafür, im Leben Zufriedenheit zu finden und Erfolg lange genießen zu können.

siehe auch Mañana-Kompetenz, Symphatikus, vegetatives Nervensystem, Zürcher Ressourcen Modell, Psychosomatische Erkrankungen
 



Parallelverarbeitung
Sie ist eines von sieben Funktionsmerkmalen des Selbst bzw. des Unbewussten. Sie ist die Fähigkeit des Gehirns, gerade in dynamischen, komplexen und unübersichtlichen Situationen sehr viele, auch widersprüchliche Informationen, Rahmenbedingungen, Bedürfnisse und Gefühle gleichzeitig im Bruchteil einer Sekunde zu berücksichtigen.
 
Siehe auch PSI-Theorie (Glossar), PSI-Theorie (Homepage inkl. PDF), sieben Funktionsmerkmale des Selbst, Zürcher Ressourcen Modell, prämierte TV-Dokumentation Das automatische Gehirn - Die Magie des Unbewussten – Teil 1,



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Persönlichkeit, sieben Systemebenen

Die PSI-Theorie umfasst sieben Ebenen der Persönlichkeit.

Von den elementaren bis hin zu den höher entwickelten sind dies Gewohnheitshandeln, Temperament, Affekte (Lust-und Unlustgefühle), Stressbewältigung, Motive, kognitive Prozesse und Selbststeuerung. Zum Bereich der Erstreaktion gehören die drei erstgenannten, elementaren Ebenen, zum Bereich der Zweitraktion die übrigen, die sich stammesgeschichtlich später herausgebildet haben.

7
Selbstbestimmung (Selbstwachstum und Wille)
Wie umsichtig und effizient werden Erleben und Handeln durch Selbstmanagement unterstützt?

6
Denken und Fühlen
Wie stark werden Erleben und Handeln durch analytisches Denken und ganzheitliches integratives „Fühlen“ unterstützt (d. h. durch erfahrungsbasiertes, gefühltes Wissen)?

5
Motive
Welche unbewussten Motive sind die wichtigsten Kraftquellen der Person, und wie nutzt die Person diese Kraftquellen zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse nach Beziehung, Leistung, Macht und Selbstentwicklung?

4
Stressbewältigung
In welchem Ausmaß werden umsichtiges Erleben und Handeln durch Stress gefördert oder behindert?

3
Affekte und Anreize
Wie sind Erleben und Handeln der Person von festen Anreizen bestimmt, die zuverlässige und vorhersagbare Vorlieben und Abneigungen für Menschen und Aktivitäten bilden?

2
Temperament
Wie sehr werden die Handlungsbereitschaft und das Erleben immer wieder neu durch die Stimmulationsquellen und Anreizmomente der aktuellen Situation beeinflußt?

1
Gewohnheit (automatisches Verhalten und Erkennen)
Wie stark wird eine Person durch feste Regeln und Verhaltensroutinen bestimmt? Wie wichtig sind feste Regeln und Routinen dafür, dass die Person sich emotional sicher fühlt?

siehe auch PSI-Theorie (Glossar), PSI-Theorie (Homepage inkl. PDF zum Download)





Plastizität, neuronale
Sie ist die nutzungsabhängige Veränderbarkeit des menschlichen Gehirns. Oder anders ausgedrückt: Das menschliche Gehirn wird so, wie es benutzt wird. Die neuronalen Verschaltungen, die oft und nützlich sowie erfolgreich für den Gehirnbesitzer genutzt werden, bauen sich immer stärker aus. Diesen zwei Bedingungen „oft“ und „erfolgreich“, wird im ZRM-Training vielfach Rechnung getragen.

Siehe auch Gehirn, Vortrag von Prof. Dr. Gerald Hüther - Gelassenheit hilft: Anregungen für Gehirnbenutzer
 




Priming
Es handelt sich hier um eine unbewusste Form des Lernens. Der Sozialpsychologe Bargh hat in seinen Experimenten gezeigt, wie durch Priming Emotionen, Einstellungen, Ziele und Absichten unbewusst aktiviert werden können. Diese unbewusste Aktivierung hat nachweisbaren Einfluss darauf, wie Menschen in entsprechenden Situationen denken, handeln, sich verhalten und entscheiden.


Siehe prämierte TV-Doku Die Macht des Unbewussten – Teil 2, Motto-Ziele, Zürcher Ressourcen Modell




 

Psychosomatische Erkrankungen

  • Verspannungen (im Nacken)
  • körperliches Unwohlsein
  • phasenweise Antriebslosigkeit
  • Schlafstörungen
  • gereizte Haut (Neurodermitis)
  • Kopfschmerzen
  • Magen-/Darmprobleme
  • Herz-/Kreislaufprobleme
  • Essstörungen
  • chronische Erschöpfung
  • Burnout – Depression
  • Asthma
  • Hörsturz
  • Tinitus
  • Krebs
  • Libidoverlust






PSI-Theorie (Theorie der Persönlichkeits-System-Interaktionen) von Prof. Julius Kuhl.
In der PSI-Theorie wurden die aktuellen Ergebnisse aus sehr vielen Teilbereichen der Persönlichkeitsforschung zusammengefasst. Sie ist eine Theorie der willentlichen Handlungssteuerung. Die Forschergebnisse zeigen, dass es vier Teilsysteme der menschlichen Psyche gibt. So, wie der Mensch diese Teilsysteme nutzt, nimmt er die Welt wahr, befindet sich in einer bestimmten Gefühlslage und führt seine Handlungen entsprechend aus. In der PSI-Theorie wird somit ein Grundproblem der etablierten persönlichkeitspsychologischen Schulen beseitigt, die oft versucht haben, die Persönlichkeit sehr einseitig anhand nur eines psychischen Systems (im Sinne der PSI-Theorie) zu beschreiben. Im Unterschied zu anderen Persönlichkeitstheorien, wo die Ursachen für Verhaltensweisen von Menschen mit ihren Überzeugungen, Eigenschaften und Persönlichkeitsmerkmalen begründet werden, zeigt die PSI-Theorie, dass Verhalten auch ganz anders verursacht sein kann, nämlich durch das Wechselspiel der nachfolgend erläuterten psychischen Systeme.

 

• Das Intentionsgedächtnis (Verstand)
Es wird durch die Farbe Rot symbolisiert: Sie signalisiert wie eine rote Ampel das "STOP": Hier muss erst geplant und nachgedacht werden, bevor gehandelt werden kann. Man braucht dieses System, wenn man eine schwierige oder unangenehme Handlung nicht sofort ausführen kann, aber nicht vergessen darf, da man z. B. noch konkreter zu planen und/oder etwas noch mehr durchdenken muss. Dies gelingt in einem emotionalen Zustand der Sachlichkeit.Verstand, Intentionsgedaechtnis, Julius Kuhl, PSI-Theorie, planen, Hartmut Neusitzer, Seminar























Benötige ich noch kreative Ideen für meinen Plan, erhalte ich diese, indem ich mir über mein Extensionsgedächtnis (Selbst-)Zugang zu meinem riesigen Erfahrungswissen verschaffe. Will ich auch die möglichen Risiken in meinem Plan abwägen, brauche ich mein Objekterkennungssystem. Möchte ich dann ins Handeln kommen, also meine bewussten Absichten ausführen, brauche ich Selbstmotivierung und somit positive Gefühle. Hierzu muss ich die intuitive Verhaltenssteuerung aktivieren.



Handlungsablaufmodell, PSI-Theorie, Julius Kuhl, Hartmut Neusitzer










 







 

• Die intuitive Verhaltenssteuerung (IVS)
Die IVS ist das Ausführungssystem. Sie macht dem Überlegen und Abwägen ein Ende. Da dieses System für die Ausführung von Absichten optimiert ist, wird sie mit der Farbe Grün dargestellt. Es stellt spontan verfügbare Handlungsprogramme zur Verfügung, die man braucht, wenn ein guter Zeitpunkt für die Ausführung gekommen ist. Dieser Zeitpunkt kann z. B. das Finden eines geeigneten Verhaltensprogramms/einer Handlungsmöglichkeit sein.

Um die IVS zu aktivieren, muss ich mich in eine positive Grundstimmung bringen. Denn Selbstmotivation geht immer mit Freude am Tun einher. Dies passiert häufig so schnell, dass dieser "Vorgang" unbewusst bleibt.

Motivation, intuitiv, Handlung, Selbstmanagement, Zürcher Ressoucen Modell, ZRM, Maja Storch, Hartmut Neusitzer





Bei sehr unangenehmen Aufgaben könnte ich mir beispielsweise (bewusst) überlegen, was das Positive bei einer Zielerreichung wäre. Dies könnte ich erreichen, indem ich mir genau den Moment vorstelle, wenn ich z. B. die Einkommenssteuererklärung endlich in den Briefkasten werfe. Hierbei sollte man sich vor allem vorstellen, welche (stolze) Körperhaltung man nach dem Einwurf einnimmt …

 

• Das Extensionsgedächtnis (EG, das Selbst)
Das Selbst braucht man, wenn es darum geht, aus der Gesamtheit aller abgespeicherten Lebenserfahrungen eine (kreative) Lösung auszuwählen. Die Aktivierung des Extensionsgedächtnis ermöglicht mir dabei zeitgleich darauf zu achten, dass alle oder möglichst viele eigenen Bedürfnisse und Werte und nach Möglichkeit auch die Erwartungen und Wünsche anderer berücksichtigt werden. Die Farbe Gelb symbolisiert hierbei, Sonne und Herz gehen einem auf  und man hat den Überblick nach innen und außen.

Extentionsgedächtnis, Selbst, limbisches System, Resilienz, Maja Storch, ZRM, Hartmut Neusitzer

 


 

Mit dem EG gelingt es mir, statt einer Entweder-Oder-Lösung, eine Sowohl-als-auch-Lösung zu finden. Um das EG zu aktivieren, muss ich mich in einen emotionalen Zustand der Gelassenheit bringen.
 

Die Integration von Einzelerfahrungen in das Gedächtnis (Selbstwachstum) erfordert das abwechselnde Aushalten und Bewältigen von negativen Gefühlen (Selbstberuhigung).

 

• Das Objekterkennungssystem ("FehlerZoom", "Detail-Finder")
Diese Gehirnareal braucht man, wenn einzelne Risiko- und Gefahrenquellen aus dem Gesamtkontext herausgelöst oder Fehler und Problempunkte erkannt werden müssen. Sie können dann besonders beachtet, vielleicht auch benannt und später wiedererkannt werden. Zur Aktivierung des FehlerZooms muss ich in der Lage sein, mich für eine Weile in eine negative bzw. sorgenvolle Grundstimmung zu versetzen. Die Farbe Blau symbolisiert, „gefährdet sein für den Winterblues“.
PSI-Theorie, PSI, Kontrolle, Objekterkennung, Hartmut Neusitzer, Selbstberuhigung, Workshop, Seminar


 

Nun ist es leider so, dass die meisten Menschen „von Hause aus“ (Genetik und Lernerfahrungen, gerade in der frühen Kindheit) bevorzugt ein Teilsystem der vier und ein weiteres dieser Systeme „abgeschwächt“ nutzen. So kann beispielsweise einseitig analytisches Denken durch häufig erfahrene Kälte oder Ablehnung mitgeprägt sein.

Ist ein ausgewogenes Wechselspiel zwischen den obigen Systemen „blockiert“, gibt es hilfreiche Übungen, die es einem Menschen innerhalb eines Coachings oder Workshops ermöglichen, im Alltag auch unter Druck und der Situation angemessen, Zugang zu allen vier Teilsystemen zu bekommen. Denn nur dann ist es einem Menschen möglich, auch aus belastenden Situationen zu lernen, um dann zum Beispiel nicht den gleichen Fehler erneut zu machen, selbst wenn es sich um eine ganz andere Situation handelt.

Zur Erlangung von Lebenszufriedenheit und zum Erhalt der Gesundheit gilt es somit, sich die Fähigkeit zur Balance in der Nutzung aller vier Teilsysteme anzueignen. Prof. Julius Kuhl entwickelte darauf aufbauend ein Persönlichkeitsdiagnostik-Verfahren, das mehr als 100 persönliche Kompetenzen messen und abbilden kann. Diese Betrachtung ermöglicht es, unterschiedliches Verhalten einer Person je nach Situation und Kontext zu erklären und vorherzusagen. Sie zeigt die individuellen Stärken und Talente eines Menschen auf und seine Entwicklungsfelder im Bereich der Selbststeuerung.


Siehe auch Intuitive Verhaltenssteuerung, Verstand, Fehler-Zoom, Unbewusstes, adaptives, Sieben Ebenen der Persönlichkeit, Aufmerksamkeitsformen, Selbstzugang, Zielverpflichtung

Siehe auch mein Workshop- und Vortragsangebot.


 


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Q


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R

 







Resilienz
(lateinisch resilire ‚zurückspringen‘, ‚abprallen‘, deutsch etwa Widerstandsfähigkeit)
Sie ist die trainierbare psychische und physische Fähigkeit, mit Misserfolgen, Rückschlägen, Schicksalsschlägen oder schwierigen Bedingungen gut zurecht zu kommen und sogar an ihnen zu wachsen. Diese Stärke ermöglicht es Menschen, Lebenskrisen ohne langfristige Beeinträchtigungen zu meistern.

Sie ist die Variante der Gestalterhaltung, die eine handlungsorientierte Auseinandersetzung mit Misserfolgen und anderen schmerzhaften Erfahrungen ermöglicht.

Die Resilienzforschung hat sieben Fähigkeiten "resilienter Persönlichkeiten" ermittelt:

  1. Sie akzeptieren die Situation (Krise) UND die damit verbundenen Gefühle
  2. Sie suchen nach Lösungen
  3. Sie lösen ihre Probleme nicht allein
  4. Sie fühlen sich nicht als Opfer
  5. Sie bleiben optimistisch
  6. Sie geben sich nicht selbst die Schuld
  7. Sie planen ihre Zukunft
Jede Situation verlangt nach einer anderen Strategie. Jeder Mensch muss seinen eigenen Weg finden, der ihn aus schwierigen Situationen herausführt.


Siehe auch Selbststeuerung und Workshops bzw. Vorträge


Risikokompetenz
In einer ungewissen, komplexen Situation lässt sich die beste Option nicht berechnen. Für den Umgang mit dem Ungewissen braucht man besondere "Werkzeuge". Gerade im komplexem Führungsalltag und/oder in einer Notsituation braucht ein Akteur einen guten Zugang zu seinem emotionalen Erfahrungswissen und einfache Faustregeln.

Siehe auch Unbewusstes, adaptives, Sieben Ebenen der Persönlichkeit, Aufmerksamkeitsformen, Selbstzugang 
 






Rubikon-Modell

Es ist ein übersichtliches Handlungsphasenmodell. Die beiden Motivationspsychologen Heinz Heckhausen und Peter Gollwitzer erforschten hierzu die unterschiedlichen Formen von Beabsichtigungen (Vorsatz, Intention, Absicht) und unterteilten das zielrealisierende Handeln in mehrere Phasen. Mit dieser Systematik kann man ideal arbeiten, wenn man den Überblick darüber behalten möchte, was alles nötig ist, um einen Wunsch oder ein Bedürfnis in konkrete Taten zu überführen.

Dr. Maja Storch und Dr. Frank Krause haben zum Rubikonmodell ein Training entwickelt, das diese wissenschaftliche Systematik mit praktischen Übungen verbindet, das Zürcher-Ressourcen-Modell-Training.

Siehe auch Zürcher Ressourcen Modell, Rubikon-Prozess, Motivation
 




Rubikon-Prozess

Der Ausdruck „den Rubikon überschreiten“ steht als Metaper dafür, sich unwiderruflich auf eine Handlung einzulassen.

Motivationspsychologisch stützt sich das Zürcher Ressourcen Modell auf das Rubikonmodell der Handlungsphasen allerdings nicht in dessen ursprünglicher Form mit vier Phasen, wie es von Heinz Heckhausen und Peter M. Gollwitzer entwickelt worden war, sondern in einer von Klaus Grawe vorgelegten Weiterentwicklung, welche die psychoanalytischen Theorien zum Unbewussten durch eine vorgeschaltete weitere Phase berücksichtigt.

Der Rubikon-Prozess - so genannt zur Unterscheidung vom ursprünglichen vierphasigen Rubikonmodell - beschreibt zum Entstehen einer Handlung folgende fünf Phasen:

Bedürfnis
Ein oft unbewusster Wunsch oder ein vages Unbehagen mit der aktuellen Situation - „Irgendetwas ist da, ich weiß nicht recht, was.“

Motiv
Ein ausformulierter Wunsch, der aber noch nicht handlungswirksam ist. „Es wäre schön, wenn ...“

Intention
Ein handlungswirksames Ziel. „Ich will!“

Präaktionale Vorbereitung
Sich selbst in die Lage versetzen, zielorientiert zu handeln. „Ich will und ich kann!“

Handlung
So handeln, dass man darin das gefasste Ziel realisiert. „Ich pack's.“


Dr. Maja Storch, Hartmut Neusitzer, Ressourcencoach, Selbstmanagement
















Der Schritt vom Motiv zur Intention wird als Schritt über den eigenen, psychologischen Rubikon bezeichnet, da hier das Abwägen zu Ende ist und ein klares Ziel angestrebt wird.

Siehe auch Zürcher Ressourcen Modell, Rubikon-Modell, Motivation, Intention
 

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S

 





Säbelzahntiger
Das ist eine hilfreiche Metapher, um den folgenden Umstand zu erklären:
Die Genetik des menschlichen Gehirns hat sich in den letzten 100.000 Jahren nicht verändert. Dagegen hat sich für das Gehirn die Umwelt in den letzten 60 Jahren dramatisch verändert: Digitalisierung, Informationsdichte, Wertewandel, Globalisierung und vieles mehr. Hierauf reagiert das Gehirn, als ob seinem Besitzer der Säbelzahntiger dauernd in den Nacken beißt.

Siehe auch meinen Gesundheitbrief 02

Siehe auch Stress, Cortisol, Burnout, Mañana-Kompetenz, Gehirn, Parasymphatikus, Symphatikus, vegetatives Nervensystem, Zürcher Ressourcen Modell, (Work-)Life-Balance






Salutogenese
Erst Anfang der 1980er-Jahre verschob man in den Wissenschaften das Augenmerk von der Defizit- bzw. Belastungsforschung, also was macht Menschen krank, hin zu der Frage, was hält Menschen gesund. Salutogenese ist somit die Gesamtheit gesundheitsfördernder und -erhaltender Faktoren. Dieses Wissen kann dann unter der Maxime eines Präventionsgedankens zur Gesundheit gezielt eingesetzt werden.

Siehe auch Zürcher Ressourcen Modell, Burnout, Wirksamkeitsstudien
 




Schockrisiko-Furcht (dread risk fear)
Menschen lassen sich leicht in Furcht vor realen oder vorgestellten Situationen versetzen, in denen - wie beim Anschlag vom 11. September 2001 - viele Menschen plötzlich sterben. Infolge eines evolutionär erworbenen Musters von Furcht und Flucht neigen sie dazu, solche Situationen zu vermeiden. Im Gegensatz dazu fällt es schwer,  in Menschen die Furcht vor Situationen zu wecken, in denen genauso viele Menschen übers Jahr verteilt sterben - etwa durch Autofahren oder Rauchen.  Schockrisiko­Furcht mag in der Menschheitsgeschichte adaptiv gewesen sein, als unsere Vorfahren in kleinen Verbänden lebten und der plötzliche Tod eines beträchtlichen Teils der Gruppe das Überleben aller gefährdete.

Siehe auch Notfall-, Krisen- & Katastrophen-Management, Haltungsziele   







Selbstausdruck

Er bedeutet die Fähigkeit, sein Körpergeschehen (somatische Marker) in eigenen „Sprachbildern“ zu formulieren – „Mein kalt-grauer Kloß im Hals“, „Mein strahlendes Sonnenblumengefühl“. Dies stärkt die innere Sicherheit. Die Benutzung von vorgegebenen Emotionsworten wie zum Beispiel Stolz oder Freude hat einen deutlich geringeren Effekt auf die innere Sicherheit.

Siehe auch somatische Marker, Zürcher Ressourcen Modell, innere Sicherheit







Selbstbewusstsein

Es bedeutet sich seiner selbst bewusst zu sein. Also zu wissen, was kann ich bzw. was kann ich nicht, wer bin ich und was sind meine Bedürfnisse. Auch in Fachkreisen wird der Begriff Selbstbewusstsein häufig mit Selbstwertgefühl,  Selbstsicherheit oder Selbstvertrauen verwechselt bzw. gleich gesetzt. Ein Mensch, der sich seiner Unsicherheit sehr genau bewusst ist, hat somit ein gutes Selbstbewusstsein, kann jedoch zeitgleich ein geringes Selbstwertgefühl haben.
 

Siehe auch innere Sicherheit (Selbstsicherheit), Selbstwirksamkeit, Selbstzugang, Selbstvertrauen


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Selbstgespür
Die Übereinstimmung der Erwartungen anderer mit dem, was man selbst will, wird regelmäßig geprüft. Das Selbstgespür braucht Verlangsamung, Zentrierung und Zeit, sich zu entwickeln. Nehmen Sie sich Zeit für sich selbst, suchen Sie sich ein Gegenüber, das Sie akzeptiert und versteht und teilen Sie sich mit. Kommen Sie sich selbst auf die Spur, indem Sie ein Stimmungstagebuch oder ein Tagebuch schreiben. Achten Sie bei wichtigen Entscheidungen auch auf Ihr Körper- und Bauchgefühl. Da das Selbstsystem (limbisches System) stark mit dem Körper vernetzt ist, können auch körperorientierte Methoden (ohne Leistungsdruck) helfen, die Selbstwahrnehmung zu verbessern. Das Selbstgespür hilft zu erkennen, was man wirklich will.

Siehe auch PSI-Theorie (Glossar), PSI-Theorie (Homepage inkl. PDF zum Download), Selbstzugang, Zürcher Ressourcen Modell







Selbstkonfrontation
Mit dieser Fähigkeit können Menschen viel früher Überlastungssignale identifizieren und ernst nehmen. Menschen können dann früher präventiv, beispielsweise gegen Herzbeschwerden aktiv werden. Regelmäßige Selbstkonfrontation erspart die große Krise, privat und im Unternehmen. Die dafür vorgesehenen Übungen helfen vor allem dem psychologischen Dickhäuter.

Siehe auch PSI-Theorie (Glossar), PSI-Theorie (Homepage inkl. PDF zum Download)






Selbstkontrolle

Selbstkontrolle wird durch die zeitweilige Unterdrückung vieler selbstrelevanter Bedürfnisse, Gefühle und Interessen charakterisiert (affektive Selbstkontrolle), damit ein Ziel auch gegen attraktivere Alternativziele durchgesetzt werden kann (kognitive Selbstkontrolle).

In der Motivationspsychologie (Prof. Julius Kuhl) wird unter Selbstkontrolle die willentliche Unterdrückung von Selbstrepräsentationen verstanden, welche die Ausführung von motivational nicht gestützten Handlungen ermöglicht.

Für die effektive Verfolgung von wichtigen Zielen ist es zuweilen nötig, andere Bedürfnisse oder Wertvorstellungen zurückstellen zu können, die mit diesen Zielen konkurrieren. Mit Selbstkontrolle bezeichnet Kuhl somit die Fähigkeit, Ziele auch gegen innere oder äußere Widerstände zu verfolgen.

Die Zielverfolgung im Selbstkontrollmodus - also mit Disziplin - versagt, sobald der analytische Verstand

gemessen am normalen Alltag unter Belastung steht:
 

Zürcher Ressourcen Modell, Selbstkontrolle, Disziplin, Hartmut Neusitzer, Ressourcen, Selbstmanagement


 

Zürcher Ressourcen Modell, Selbstkontrolle, Disziplin, Hartmut Neusitzer, Ressourcen, Selbstmanagement













 










 


 






























Zürcher Ressourcen Modell, Selbstkontrolle, Disziplin, Hartmut Neusitzer, Ressourcen, Selbstmanagement


























 


Zürcher Ressourcen Modell, Selbstkontrolle, Disziplin, Hartmut Neusitzer, Ressourcen, Selbstmanagement




 







 














 


Zürcher Ressourcen Modell, Selbstkontrolle, Disziplin, Hartmut Neusitzer, Ressourcen, Selbstmanagement





































Unterfunktionen der Selbstkontrolle

(wortgetreu aus einem Beitrag von Fröhlich & Kuhl entnommen)

A Kognitive Selbstkontrolle

Planungsfähigkeit
Sich einen Plan machen, bevor man in einer Sache anfängt; konkrete Einzelschritte festlegen.

Vergesslichkeitsvorbeugung
Erinnerungshilfen nutzen, um Beabsichtigtes nicht zu vergessen.

Zielvergegenwärtigung
Noch nicht erledigte oder geplante Aktivitäten sich immer wieder bewusst machen; Angst, etwas Vorgenommenes zu vergessen.

B Affektive Selbstkontrolle

Misserfolgsbewältigung
Sich von Fehlern nicht lähmen lassen, sondern das Ziel im Auge behalten und es erneut versuchen; aus Fehlern lernen.

Selbstdisziplin
Sich selbst unter Druck setzen, sich zusammenreissen und zwingen, bei der Sache zu bleiben.

Ängstliche Selbstmotivierung
Man motiviert sich, indem man sich die negativen Konsequenzen der Handlungsunterlassung vorstellt.


Siehe auch Disziplin, Selbstregulation, Lageorientierung bzw. Opferhaltung
 




Selbstkongruenz

Sie zeigt an, wenn ein Mensch eine Entscheidung gefällt hat, die er als zu sich selbst passend erlebt.

Eine "gestandene" und gereifte Persönlichkeit bildet Absichten und Ziele, mit denen sie sich wirklich identifizieren kann und die mit ihren eigenen Bedürfnissen und Werten, aber auch mit den Bedürfnissen und Werten ihrer sozialen Umgebung abgeglichen sind.

Das meinen wir im Alltag, wenn wir sagen, jemand „wisse, was er wolle“ und er sei „im Einklang mit sich und seiner Umgebung“.

Ein im Zürcher Ressourcen Modell-Training gut entwickeltes Motto-Ziel erzeugt eine hohe Selbstkongruenz, also eine inhaltlich sinnvolle Vereinbarkeit zwischen Verstandesabsicht und dem Unbewussten. Verstand und Gefühl werden quasi synchronisiert, um damit beispielsweise Zielkonflikte auszuräumen

Siehe auch somatische Marker, Inkongruenz, Affektbilanz, Kongruenzprüfung





Selbstmanagement

Sie bezeichnet die Kompetenz, die persönliche und berufliche Entwicklung weitgehend unabhängig von äußeren Einflüssen (Fremdsteuerung) zu gestalten. Ein gutes Selbstmanagement befähigt jemanden, die äußeren Erwartungen und Zielsetzungen mit den eigenen Bedürfnissen und Motiven in Einklang zu bringen.

Die Affektregulation wird als die Königsdisziplin des Selbstmanagements bezeichnet.

Siehe auch Zürcher Ressourcen Modell, Workshops und Vorträge, Affektregulation, Selbstzugang,
Crew Resource Management-Training (CRM)

 







Selbstregulation

Die Selbstregulation beinhaltet, dass bei der Zielbildung möglichst viele persönliche Bedürfnisse, Gefühle, Werte und Interessen berücksichtigt werden. Ist das Ziel selbstkongruent, entspricht es auch den eigenen Motiven.
Sie ist die Fähigkeit zur Veränderung des eigenen Erregungsniveaus in Abhängigkeit von äußeren Reizen und das Aufrechterhalten eines physiologisch-psychischen Gleichgewichts ("Homöostase").

Sie ist eine Art sanfte Form der Selbststeuerung durch das Unbewusste. Sie funktioniert paradoxer Weise am besten, wenn man aufhört, sich bewusst zu kontrollieren.

Unterfunktionen der Selbstregulation:

Bewusste:

• Selbstbestimmung

• Selbstaktivierung

• Entscheidungsfähigkeit

Zielbezogene bewusste Aufmerksamkeit


unbewusste/automatisch:

• Positive Selbstmotivierung

• Stimmungsmanagement

• Selbstberuhigung

• automatische zielbezogene Aufmerksamkeit


Siehe auch Selbstkontrolle, PSI-Theorie (Glossar), PSI-Theorie (Homepage inkl. PDF zum Download), Disziplin, Affektregulation, Motive

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Selbstsicherheit,
Siehe Selbstbewusstsein, Innere Sicherheit 







Selbststeuerung

Dies ist ein psychologisches Konstrukt, das den dynamischen Umgang mit dem Selbst in einem Umfeld verschiedener Einflüsse meint. Diese Einflüsse können von außen und innen kommen, z. B. äußere Unternehmensziele und innere Motive.

Selbststeuerung ist die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, eigene Ziele zu bilden und diese gegen innere und äußere Widerstände umzusetzen. Spätestens bei den Neujahrsvorsätzen merken Menschen, dass ihre Selbststeuerung zum Stillstand gekommen ist. In sehr engem Zusammenhang mit der Selbststeuerung von Menschen stehen deren Motive.

Siehe auch Motive, Selbstzugang, Gestalterhaltung, OpferhaltungMisserfolgsbewältigung, Crew Resource Management-Training (CRM)
 






Selbstvertrauen

Es entwickelt sich, wenn dem Unbewussten (= emotionales Erfahrungsgedächtnis) erfolgreiche Erfahrungen zur Verfügung gestellt werden.

Siehe auch Zürcher Ressourcen Modell, Feedbackverwertung, Unbewusstes







Selbstwertgefühl
Siehe auch Selbstbewusstsein, Innere Sicherheit








Selbstwirksamkeit

Sie ist die Überzeugung, dass man sich zutraut, die notwendigen Handlungen auch wirklich auszuführen. Sich erfolgreich als „Experte in eigener Sache“ zu erleben fördert das für die psychische Gesundheit so bedeutsame Selbstwirksamkeitserleben. Ich erlebe mich wirksam, ohne, dass ich dazu jemanden anderen benötige und ohne, dass ich irgendwelchen Fremdzielen folge.

Im ZRM-Training oder -Coaching wird von Anfang an auf größtmögliche Expertenunabhängigkeit der Teilnehmenden geachtet. Der Trainer ist hier mehr ein Prozessbegleiter bzw. ein Lotse.

Siehe auch Zürcher Ressourcen Modell, Fremdziele, Handlungserfolg, Flow, Optimismus, Motto-Ziel







Selbstzugang
Innerhalb eines ZRM-Trainings oder -Coachings werden Menschen darin unterstützt ihre Ziele in Handlungen umzusetzen. Hierbei werden die bewussten Motive ("Ich würde gern ...", "Künftig möchte ich nicht mehr ...") und die unbewussten Bedürfnisse berücksichtigt und in Einklang gebracht.

Ein Mensch der diesen Selbstzugang hat, behält auch in dynamischen, komplexen und unübersichtlichen Alltagssituationen den Überblick. Er kann jederzeit von seinem großen Erfahrungsschatz profitieren. Auch kann er jederzeit seine Affekte regulieren, um ein Gespür für seine Bedürfnisse zu bekommen (Selbstgespür). Weiterhin ermöglicht der Selbstzugang Empathie und das fühlen der Bedürfnisse des Gegenüber.

Siehe auch Selbststeuerung, Persönlichkeitsdiagnostik, Selbstgespür  
 





Serotonin

Es sorgt für eine zufriedene, entspannte Stimmung. Dauerstress, auch positiver, verbraucht Serotonin. Serotonin wird aber für die volle Wirksamkeit des Parasympathikus gebraucht, der für Entspannung, Muße und Zufriedenheit sorgt. Das Zufriedenheitshormon steht allerdings nicht in unendlicher Form zur Verfügung. Irgendwann kippt somit auch beim Dauererfolgreichen die Stimmung.

Siehe auch Stress, Dopamin, Stressjunkies
 




sieben Funktionsmerkmale des Selbst
  1. Körper- und Gefühlseinbindung
  2. Parallelverarbeitung auf einer besonders hohen Integrationsebene
  3. Affektregulation
  4. innere Sicherheit
  5. unbewusste Steuerung
  6. Feedbackverwertung
  7. Wachsamkeit (Vigilanz)
Siehe auch PSI-Theorie (Glossar), PSI-Theorie (Homepage inkl. PDF zum Download)


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S.M.A.R.T.-Ziele

Hinter dem Akronym S.M.A.R.T. (S pecific/spezifisch, M easurable/messbar, A ttractive/akzeptiert, R ealistic/realistisch, T erminated /terminiert) verbergen sich empirisch gut abgesicherte Ergebnisse der Goal-Setting-Theory (Zielsetzungstheorie), die von den Arbeitspsychologen Locke und Latham (1990) entwickelt wurde. Aufgrund ihrer Untersuchungen gelangten sie zu der Empfehlung, dass Ziele mit einer hohen Erfolgsaussicht möglichst hoch im Sinne von anforderungsreich und außerdem möglichst spezifisch formuliert sein sollten. Ihre Untersuchungen sind als Gegensatz zu den so genannten „Do your best“-Zielen zu verstehen. In der Zeit vor den Untersuchungen von Locke und Latham wurden z. B. im Geschäftsleben die Ziele für Mitarbeitende oft unklar in Sprache gefasst. Auch heute ist diese Unsitte immer noch weit verbreitet: „Sie müssen mehr Power bringen“, „Ich will einfach, dass das Backoffice reibungslos funktioniert“ oder „Ich will heute Euer Bestes sehen“, sind gängige Sprüche, mit denen Führungskräfte versuchen, ihre Mitarbeitenden dazu zu bringen, dass sie ihre Arbeit optimal erledigen. Der entscheidende Nachteil von diesen so genannten „Do your best“-Zielen ist, dass der Adressat dieser Anweisung oftmals völlig im Unklaren darüber bleibt, was er denn nun konkret zu tun habe.

Die Zielsetzungstheorie von Locke und Latham hat eine Fülle von Experimenten nach sich gezogen. Der aktuelle Untersuchungsstand enthält sehr viel Wissen darüber, wann es sinnvoll ist, hohe und spezifische Ziele zu setzen und wann diese Technik nicht erfolgreich benutzt werden kann. Als „hoch“ gilt ein Ziel nach Locke und Latham dann, wenn nur 10% einer Population dieses Ziel erreichen können. Wegen dieses extrem hohen Anspruchsniveaus wird dieser Ansatz berechtigterweise bezüglich der damit unter Umständen einhergehenden Frustration der Mitarbeitenden kontrovers diskutiert.

Der Anwendung von diesem Zieltypus sind jedoch deutliche Grenzen gesetzt. Sobald der Anwender sich in einem dynamischen, komplexen und unübersichtlichen Umfeld befindet, in dem nicht von vorneherein geklärt werden kann, wie „richtiges Handeln“ konkret auszusehen hat, sind Motto-Ziele deutlich wirksamer. Des ungeachtet setzt man in der Praxis z. B. Verkaufspersonen, deren Kundenorientierung gesteigert werden soll, unverdrossen konkrete Ziele der Art: „Begrüße jeden Kunden, der deinen Bereich betritt“. Solch ein Ziel ist zwar spezifisch, aber für diesen Aufgabentyp falsch. Warum? Eine Verkaufssituation ist viel zu komplex, um einfach nur mit einem konkreten Ziel optimiert zu werden. Für Servicepersonal in der Gastronomie existieren Untersuchungen, die zeigen, dass spezifische Ziele in einer komplexen, dynamischen Service-Situation („Schaue jedem Kunden drei Sekunden in die Augen“) die Job-Autonomie der Mitarbeitenden einschränkt und Stress erzeugt.

Siehe auch Motto-Ziele, Zielpsychologie, Zürcher Ressourcen Modell, Zielverpflichtung
 





Somatische Marker

Sie sind körperliche Reaktionen die mit Gefühlen gekoppelt sind. Sie tauchen sehr schnell auf, innerhalb von 200 bis 300 Millisekunden. Sie werden im Körper gefühlt und sind im ersten Moment noch nicht mit dem Verstand beschreibbar.

Ein starker positiver somatischer Marker ist das Indikatorsignal für die erfolgreiche Synchronisierung des bewussten und unbewussten Systems, also von Verstand und limbischen System (Bauchgefühl). Der große Vorteil für die Arbeit mit somatischen Markern als diagnostisches Leitsystem ist, dass sie auf Körperzuständen beruhen. Das heißt, sie sind relativ einfach beobachtbar, messbar und damit objektivierbar.
 

Das Auftauchen von positiven somatischen Markern ist ein direkter Wegweiser zu Themen, Inhalten, Absichten und Plänen, die vom Unbewussten eines am ZRM-Training Teilnehmenden unterstützt werden. Die somatischen Marker können somit als diagnostisches Leitsystem für Selbstkongruenz eingesetzt werden.

Fühle ich einen negativen somatischen Markern ist das eine negative Bewertung, z. B. zu einer bestimmten Situation. Eine hochgezogene Augenbraue und erst recht ein Grummeln im Bauch deuten an, dass hier etwas nicht stimmt. Dies muss man ernst nehmen. Sofern die Zeit dafür da ist, sollte man der Sache mit dem Verstand "auf den Grund gehen".

Siehe auch Zürcher Ressourcen Modell, Selbstkongruenz, Unbewusstes, adaptives, Embodiment, Körper- und Gefühlseinbindung, Feedbackverwertung, PSI-Theorie (Glossar), PSI-Theorie (Homepage inkl. PDF zum Download), Gefühl, Übersicht bzw. Vergleich von Verstand und Unbewusstem






Souveränität

Sie ermöglicht dem Menschen eigene Fehler zuzugeben. Im Führungsalltag ist dies die Grundvoraussetzung, um Vertrauen aufzubauen.

Siehe auch Zürcher Ressourcen Modell, transformationale Führung, Charisma, MottoZiele, Zielpyramide, Dickhäuter, Dünnhäuter, PSI-Theorie (Glossar), PSI-Theorie (Homepage inkl. PDF zum Download)

 






Sowohl-als-auch-Lösung
Dank der enormen Leistung des Unbewussten wird bei der Nutzung dieses Teilsystems zur Lösungsfindung z. B. aus einer starren Entweder-Oder-Option (fast) immer eine Sowohl-als-auch-Lösung.

Aus einem „entweder-oder“ wie z. B.:

Leistung bringen/effektiv sein  oder   sich Ruhe gönnen/Energie tanken
Geld verdienen                       oder   Lebensqualität
Humanität                              oder   Professionalität/Effektivität
Abenteuer                              oder   Bedürfnis nach Sicherheit

wird ein individuelles „sowohl-als-auch“.
 
Siehe auch Unbewusstes, adaptives, PSI-Theorie (Glossar), PSI-Theorie (Homepage inkl. PDF zum Download), sieben Funktionsmerkmale des Selbst

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Stammhirn

Es ist der evolutionsgeschichtlich betrachtet das älteste Teil des Gehirns. Auch Reptilien haben bereits ein Stammhirn. Hier sind unsere Reflexe (z. B. Augenlid-Schließreflex), unsere Instinkte (Schlangenfurchtprogramm), Atmung, Kreislauf, Hormone, vegetatives Nervensystem als sogenannte Regelkreise angesiedelt. Gesteuert und koordiniert werden dieses Regelkreise durch das darüber liegende limbische System. Während das limbische System wiederum von der darüber liegenden Großhirnrinde gesteuert werden kann. Fährt jemanden ein Schreck in die Glieder, wurde dies über das limbische System und dem Stammhirn ausgelöst. Erst die bewusste Bewertung der Situation als ungefährlich, lässt den Kreislauf wieder „runterfahren“.

Fallen auf Grund von Angst und der damit einhergehenden Stresshormonausschüttung die Großhirnrinde und sogar das limbische System aus, ist der betroffene Mensch nicht mehr in der Lage angemessen aus dem „Erwachsenen-Ich“ zu reagieren, auch gehen dann die sonst noch im limbischen System abrufbaren Kindheitsmuster, wie Rumschreien und Türen-zu-knallen nicht mehr. Im Stammhirn gehen jedoch drei Möglichkeiten (archaische Notfallprogramme) immer, egal wie groß die Angst ist:

Angriff. Hierum wird das Stammhirn umgangssprachlich auch Reptilienhirn genannt.

Wenn Angriff nicht geht, Flucht.

Und wenn Angriff und Flucht nicht geht, dann ohnmächtige Erstarrung, was einem Burnout gleich käme.

Siehe auch Gehirn, Großhirnrinde, vegetatives Nervensystem, Frontalhirnrinde, Stress, Säbelzahntiger
 






Stimmungen
Dies sind Gefühle, die über längere Zeit anhalten. Sie lassen sich oft gar nicht genau an einem einzelnen Erlebnis festmachen. Eine Stimmung kann z.B. immer mehr absinken, wenn mehrere unangenehme Ereignisse passieren. Viele positive Ereignisse werden andererseits die Stimmung „heben“.

Siehe auch Gefühl, Affekte 
 





Stress

Er kann gelernt, aber auch verlernt werden. Was Menschen als Stress empfinden, ist ein Missverhältnis zwischen den Fähigkeiten und Bedürfnissen einer Person und wie sie ihre Umgebung wahrnimmt. Dabei wird das persönliche Stressempfinden von genetischen, psychologischen und Umweltfaktoren bestimmt.

Nicht nur die Art der "Stressoren" (Geldsorgen, der Chef, die Kollegen, die Konjunktur, eine Umstrukturierung etc.), sondern auch die Art und Weise, wie Herausforderungen von einem Menschen empfunden und interpretiert werden (z. B. negative Denkmuster, Ängstlichkeit, Verallgemeinerungen etc.), lösen das Gefühl von Stress aus. Entscheidend für die Reaktion auf den empfundenen Stress ist, ob die subjektive Einschätzung der jeweiligen Belastungssituation lösbar ist oder nicht.

Wird eine Situation als bedrohlich eingeschätzt, so werden im Körper u. a. Stresshormone wie Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol ausgeschüttet. Sie können in einer Stresssituation hilfreich sein, um die Situation zu bewältigen. Kann eine bedrohliche Situation nicht bewältigt werden oder dauert die Belastung länger an, werden die Stresshormone weiterhin ausgeschüttet und das kann krank (z. B. Gewichtszunahme) machen..

Siehe auch Adrenalin, Cortisol, (Work-)Life-Balance, Stressreaktion, kontrollierbar, Stressreaktion, unkontrollierbareAmygdala Gesundheitsbriefe 02, 03, 11, 18, 19, 20, 21, 23
 
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Stressjunkies
Hier fallen Endorphinsucht und Dopaminrausch zusammen. Auf der einen Seite neigen diese Menschen dazu, unter Extrembelastung Euphorie zu empfinden. Auf der anderen Seite sind sie im Erfolgsrausch und sind von dem Wunsch beseelt, viele neue Dinge aufzusaugen, um sie für diesen Erfolg weiter nutzen zu können. Bei diesen Mensch funkt der Körper: „Mach eine Pause, regeneriere deine Systeme.“ Doch diese Hilferufe haben keine Chance. Menschen in solch einer Situation können beruflich sehr erfolgreich sein. Auch Entspannung wird dann unter dem Leistungsprinzip praktiziert, zum Beispiel durch ein Power-Wellness-Wochenende.
Dem dauerhaften Dopaminrausch folgt unweigerlich der Burnout.

Siehe auch Endorphinsucht, Endorphin, Dopamin, Dopaminrausch, Serotonin, Stress, Adrenalin, Mañana-Kompetenz, Parasymphatikus, Symphatikus, vegetatives Nervensystem, Zürcher Ressourcen Modell, Säbelzahntiger, Work-Life-Balance






Stressreaktion, kontrollierbar
Welche Mechanismen im Verlauf einer Stressbelastung aktiviert und welche langfristigen Veränderungen dadurch ausgelöst werden, hängt von der Art der Belastung ab, der sich eine bestimmte Person ausgesetzt sieht, also von der individuellen Bewertung der Kontrollierbarkeit des Stressors. Zu einer kontrollierbaren Stressreaktion kommt es immer dann, wenn die bisher angelegten Verschaltungen im Gehirn zwar prinzipiell zur Beseitigung der Störung geeignet, aber noch nicht effizient genug sind, um diese vollständig und gewissermaßen routinemäßig zu beantworten. Eine derartige Stressbelastung ist besser mit dem Begriff „Herausforderung“ zu beschreiben.

Wenn sich eine Belastung als kontrollierbar erweist, kehrt sich plötzlich alles um:
aus einer Bedrohung wird eine Herausforderung, aus Angst wird Zuversicht und Mut, aus Ohnmacht wird Wille. Am Ende, wenn wir es geschafft haben, spüren wir, wie unser Vertrauen in das, was wir wissen und können, gewachsen ist. Wir sind stolz und zufrieden, froh und ein bisschen glücklich.

Siehe Amygdala, Erstreaktion, Zweitreaktion, Selbststeuerung, Affektregulation 







Stressreaktion
, unkontrollierbare
Sie ist durch eine langanhaltende Aktivierung kortikaler und limbischer Strukturen sowie des zentralen und peripheren noradrenergen Systems gekennzeichnet, die sich wechselseitig so weit aufschaukelt, dass es schließlich auch zur Aktivierung des HPA-Systems mit einer massiven und lang anhaltenden Stimulation der Kortisolausschüttung durch die Nebennierenrinde kommt.

Umgangssprachlich ist die Situation so bedrohlich, dass auch Flucht oder Angriff nicht mehr funktionieren (die archaischen Notfallprogramme). Angstschweiß tropft uns von der Stirn. Im Gehirn ist der Teufel los. Aus der anfänglichen Angst wird Verzweiflung, Ohnmacht und Hilflosigkeit. Die im Körper ablaufende Stressreaktion ist nicht mehr anzuhalten, sie ist unkontrollierbar geworden. Betroffene Menschen können sich scheinbar nur noch ihrem Schicksal fügen. Sie sin von Selbstzweifel geplagt. Die andauernde Belastung zehrt die Energiereserven auf. Sie fühlen sich müde, kraft- und mutlos. Erschöpft fallen sie abends ins Bett, um am nächsten Morgen mit dem gleichen unguten Gefühl aufzuwachen, mit diesem sonderbaren Gefühl von gleichzeitiger Unruhe und Lähmung. Dieser Zustand kann Tage oder sogar Wochen anhalten, weil einem nichts einfällt, um eine als Gefahr und Bedrohung eingeschätzte Veränderung in unserer Lebenswelt abzuwenden, oder weil alles, was uns dazu einfällt, nicht machbar ist, nicht funktioniert.






Stressresistenz
Sie ist vor allem eine Fähigkeit, die die sogenannten psychologischen Dickhäuter haben. Jedoch können auch Dünnhäuter Stressresistenz erlernen.

Über die Entwicklungsorientierte Selbstmanagement-Analyse (EOS) können wichtige Informationen über Stressresistenz und Robustheit gewonnen werden – die entsprechenden Testmodule, die die sogenannte persönliche Erstreaktion erfassen, ähneln am meisten den traditionellen Persönlichkeitstests, haben aber testpsychologische Vorteile, z.B. weil auch widersprüchliche Tendenzen erfasst werden können.

Beispiel:
Ein in der Erstreaktion ängstlicher Mensch muss durch seine Sensibilität nicht unbedingt beeinträchtigt sein. Er kann durch gut ausgebildete Selbststeuerungskompetenzen diese erste ängstliche Reaktion kompensieren, indem er sich zum Beispiel vor einem Vortrag sehr schnell beruhigt. Dieses Zeitfenster kann so schmal sein, dass es kaum wahrnehmbar ist.

Ein sensibler Mensch, der sich effektiv selbst beruhigt, kann also einen Vortrag genauso kompetent und selbstbewusst halten wie ein weniger ängstlicher Mensch. Ob dem so ist, hängt von den Zweitreaktionen, den Selbststeuerungskompetenzen, ab. Diese lassen sich ein Leben lang entwickeln und verbessern – das ist eine optimistische Perspektive. Besonders effektiv kann dies im Coaching geschehen, aber auch durch fortschreitende Lebenserfahrung und Selbstentwicklung.

Siehe auch Resilienz, Dickhäuter, Dünnhäuter, Mañana-Kompetenz, Persönlichkeitsdiagnostik, Erstreaktion, Zweitreaktion, Selbststeuerung, Affektregulation 





Sympathikus

Er ist ein Teil des vegetatives Nervensystem. Er schützt uns beispielsweise kurzfristig vor Gefahren. Hierbei aktiviert er alles, was uns Kampf oder Flucht ermöglicht: Die Muskulatur spannt sich an, der Herzschlag wird schneller, die Augenpupillen und das Gehör werden geschärft, die Schmerzwahrnehmung wird heruntergefahren etc.

Ein wichtiger Helfer des Sympathikus ist das Schreckhormon Adrenalin. Ist die Aufgabe gemeistert übernimmt der Parasympathikus wieder das Ruder und reguliert alles auf Normalniveau.
Dieses hochsensible und unglaublich komplexe System dient dem Menschen zum Überleben und hat gerade dem Steinzeitmenschen beste Dienste geleistet. Vor dem Hintergrund, dass sich die Genetik des menschlichen Gehirns seit 100.000 Jahren nicht verändert hat. Die Umwelt hat sich jedoch gerade in den letzten 60 Jahren dramatisch für das Gehirn verändert. Die Lebenserwartung hat sich verdreifacht, ein „UrUrUrUr-Ahn“ würde heute eine massive optische und akustische Reizüberflutung „aushalten“ müssen. Auch gab es damals keine Geldsorgen, ständigen Termindruck, 130 TV-Programme etc. Das Gehirn reagiert hierauf so, als wenn der Säbelzahntiger seriell seinem Gehirnbesitzer in den Nacken beißt. Hierum verwundert es nicht, dass wir vor allem an Zivilisationskrankheiten leiden.

Siehe auch Mañana-Kompetenz, Adrenalin, Parasymphatikus, vegetatives Nervensystem, Zürcher Ressourcen Modell Säbelzahntiger, (Work-)Life-Balance, Gesundheitsbrief 21

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T




Transfereffizienz

Im Rahmen einer Maßnahme in der Erwachsenenbildung, wird das, was auf die berufliche und/oder private Alltagssituation übertragen wurde, als „Transfer“ bezeichnet. Zahlreiche Untersuchungen belegen die geringe Transfereffizienz vieler Aus- und Fortbildungsbemühungen. Ganz offensichtlich geht es beim Thema „Transfer“ um eine hochkomplexe und anspruchsvolle Aufgabe.

Um im ZRM-Training eine hohe Transfereffizienz zu gewährleisten, stehen fünf Punkte im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit:

  1. Eine wesentliche Bedingung dafür, dass Menschen das, was sie im Training erfahren haben, nach dem ZRM-Training auch anwenden, ist ihre Motivation. Sowohl auf der theoretischen Ebene des Zürcher Ressourcen Modells als auch auf der praktischen Ebene des ZRM-Trainings wird sorgfältig darauf geachtet, dass von Anfang an eine größtmögliche Motivation der Teilnehmenden erreicht wird, so dass der Lern- und Entwicklungsprozess als lustvoll und belohnend erlebt wird und nicht als beschwerliche Prozedur, die man nur mit Disziplin zu einem erfolgreichen Abschluss bringt.
     
  2. Im ZRM-Training werden die Ressourcen, mit denen die Teilnehmenden später arbeiten sollen, systematisch so angelegt, dass sie leicht zugänglich sind. Auch den Ressourcen in der Außenwelt wird besondere Beachtung geschenkt. Hierbei wird darauf geachtet, dass die Teilnehmenden sich die soziale Unterstützung sichern, die sie für ihre Entwicklung benötigen. Dies ist umso wichtiger, je persönlicher die Veränderungsabsichten sind, da Menschen in solchen Phasen sehr sensibel sind.
     
  3. Im ZRM-Training wird auf größtmögliche Expertenunabhängigkeit geachtet. Denn nur diese Haltung des Coachs bzw. Trainers ermöglicht die Hilfe zur Selbsthilfe. Und nur dann kann Selbstmanagement stattfinden. Dies wird dadurch unterstützt, dass die Teilnehmenden in den Besitz von Expertenwissen gelangen, also über konkretes Wissen über psychologische Vorgänge. Dieses hilft ihnen, problematische Situationen eigenständig zu analysieren und zu bewältigen.
     
  4. Trotz aller erwähnten Punkte, kann es trotzdem geschehen, dass Menschen in Situationen, in denen sie gern neu handeln würden, in alte Muster geraten. Damit diese Menschen aus Enttäuschung ihr Projekt „persönliche Entwicklung“ nicht an den Nagel hängen, werden sie auf solche schwierigen und/oder unvorhersehbaren (Belatungs-)Situationen theoretisch und praktisch sehr vielfältig und individuell vorbereitet.
     
  5. Dank einer Follow Up-Veranstaltung, die ca. vier bis sechs Monate nach dem ZRM-Training stattfinden sollte, können sich die Teilnehmenden über die gemachten Erfahrungen austauschen, Erfolge verstärken, den Ressourceneinsatz optimieren, Ziele erweitern und/oder verändern.

Siehe auch Zürcher Ressourcen Modell






transformationale Führung

Es ist ein Führungsmodell, bei dem die "Geführten" Vertrauen, Respekt, Loyalität und Bewunderung gegenüber der Führungskraft empfinden und dadurch überdurchschnittliche Leistungen (aus sich selbst heraus) erbringen. Vor allem geht es bei diesem Ansatz darum, dass Charisma lernbar und trainierbar ist. Und dies wird im ZRM-Training durch die lustvolle Arbeit an der inneren Haltung und damit einhergehend mit Embodiment umgesetzt.

Siehe auch Zürcher Ressourcen Modell, CharismaEmbodiment, Wirksamkeitsstudien, MottoZiele, Zielpyramide Dickhäuter, Dünnhäuter, S.M.A.R.T.-Ziele

 

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U


 



unbewusste Steuerung
Sie ist eines von sieben Funktionsmerkmalen des Selbst (Unbewusstes). Basis ist hierbei, dass sich das Selbst nicht ohne weiteres vom bewussten Verstand kontrollieren lässt.

Zu den Vorgängen, die zu einem großen Teil durch das Unbewusste gesteuert werden, gehört die Mimik, die Gestik, die Körperhaltung und diverse Regelkreise, wie z. B. Atmung und Kreislauf.

Auch wäre unfallfreies Autofahren ohne das Unbewusste nicht möglich.

Siehe auch Unbewusstes, adaptives, PSI-Theorie (Glossar), PSI-Theorie (Homepage inkl. PDF zum Download), sieben Funktionsmerkmale des Selbst, Zürcher Ressourcen Modell, Verstand







Unbewusstes, adaptives

In unterschiedlichen Wissenschaftsrichtungen hat dieser Bereich des menschlichen Gehirns eine Vielzahl von Bezeichnungen:

- emotionales Erfahrungsgedächtnis
- limbisches System
- Selbst (PSI-Theorie)
- unbewusstes Selbst
- implizites Selbst
- Extensionsgedächtnis
- Unbewusste
- Persönlichkeitszentrum

Im Volksmund spricht man vom Bauchgefühl oder jemand ist mit ganzem Herzen dabei, der Fels in der Brandung oder ein Dickhäuter (s. Grafik unten links). Dies sind "Beobachtungen", die mit dem hier beschriebenen emotionalem Erfahrungsgedächtnis im Zusammenhang stehen.

Ca. 90% des menschlichen Gehirns sind dem Menschen bewusst nicht zugänglich. Er hat keinen Einfluss auf das, was dort geschieht. Wegen seiner enormen Ausdehnung, seiner intellektuellen und kreativen Höchstleistungen (z. B. ist es 200.000 Mal schneller als der Verstand!) wird das Unbewusste in der PSI-Theorie Extensionsgedächtnis genannt (Extension = Ausdehnung). Wegen seiner riesigen Informationsverarbeitungskapazität kann es zahlreiche Rahmenbedingungen, vergangene Gegebenheiten und zukünftige Konsequenzen sowie deren Auswirkungen auf die eigene Umwelt in Millisekunden gegeneinander abwägen.
limbisches System, Unbewusste, emotionales Erfahurungsgedächtnis, Hartmut Neusitzer, Maja Storch


Nur das integrationsstarke Selbst ermöglicht eine besondere andere Art von Empathie. In der PSI-Theorie wird sie die akkommodationsfähige Empathie genannt. Auch ganz fremde Gefühle können nachempfunden werden, ohne dass man sich dabei selbst verliert.

Grundlage von Entscheidungen sind Bewertungen. Im Gehirn gibt es zwei psychische Teilsysteme. Das eine ist der Verstand und das andere System nenne ich der Einfachheithalber das Unbewusste.

Sobald diese Systeme zu unterschiedlichen Bewertungen kommt, haben Menschen Probleme. 90 % der Coaching-/Therapieanlässe können hierauf zurückgeführt werden.
 





                                        Übersicht bzw. Vergleich
 
adaptives Unbewusstes bewusster Verstand
dauernd im Einsatz manchmal im Einsatz
große Verarbeitungskapazität geringe Verarbeitungskapazität
wenig störanfällig - sehr robust sehr störanfällig und schnell überfordert
stabil flexibel
Wahrnehmungsebene Bedeutungsebene
Inhalte verbunden nach Ähnlichkeiten und/oder Nähe in Raum und Zeit Inhalte verbunden nach Regeln der Logik
Bewertungen sind sehr unpräzise Kann sehr präzise arbeiten
bewertet nach annähern oder vermeiden, nach war gut oder war schlecht entscheidet nach richtig oder falsch; logisch oder unlogisch
Bewertungen machen sich (teils diffus) körperlich durch die somatische Marker bemerkbar Bewertungen können in Sprache klar ausgedrückt werden
bewertet im Bruchteil einer Sekunde, da es ganzheitlich arbeitet Bewertung kann Tage dauern, da es seriell, also der Reihe nach abarbeitet
 Selbst, Extensionsgedächtnis, PSI-Theorie, Zürcher Ressoucen Modell, Maja Storch, Ressourcenaktivierung, Hartmut Neusitzer

 

 Intentionsgedächtnis, Verstand, PSI-Theorie, Zürcher Ressourcen Modell, Hartmut Neusitzer



Vor allem in der Anatomie wird das Unbewusste meist limbisches System genannt. Es befindet sich im rechten Teil der ca. drei Millimeter dicken Großhirnrinde und dann vor allem im Mittelhirn. Dort werden schon vor der Geburt Erfahrungen gesammelt. Hier wird alles abgespeichert, was dem Organismus Zeit seines Lebens widerfährt. Über diesen Wissensspeicher verfügen auch Tiere. Das Wissen wird dort in Form von Gefühlen und Körperempfindungen gespeichert. Dieses Gehirnareal ist entwicklungsgeschichtlich viel älter als der Mensch. Seinem Besitzer verhilft es vor allem im Bruchteil einer Sekunde fortlaufend alles zu bewerten, ohne dass demjenigen dies bewusst wird. Erst wenn eine Situation als neu, außergewöhnlich oder gar gefährlich beurteilt wird, merkt sein Besitzer dies zunächst körperlich: der Atem stockt, die Haare stehen zu Berge, die Augen und der Mund werden weit aufgerissen, erst dann schaltet sich der Verstand ein, um zu beurteilen, wie gefährlich der als Schlange wahrgenommene morsche und glitschige Ast denn nun wirklich ist.

Siehe auch PSI-Theorie, Gehirn, Großhirnrinde, Zürcher Ressourcen Modell, somatische Marker, Verstand, Frontalhirnrinde, Selbstkonfrontation


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V






vegetatives Nervensystem

Es wird eingeteilt in den Sympathikus und den Parasympathikus. Dies sind zwei getrennt verlaufende Nervenstränge, die sich vom Stammhirn aus zu Organen, Gefäßen und Drüsen ziehen. Über die dortigen Andockstellen können Organe im Bruchteile einer Sekunde über den Sympathikus aktiviert oder über den Parasympathikus gehemmt werden. Dies sind alles unbewusste Reaktionen. Ein wichtiger Helfer des Sympathikus ist das Schreckhormon Adrenalin und beim Parasympathikus das Zufriedenheitshormon Serotonin.

Siehe auch Symphatikus, Parasymphatikus, Adrenalin, Serotonin, Dopamin, Dopaminrausch,  Endorphin, Endorphinsucht, StammhirnMañana-Kompetenz, Stress, (Work-)Life-Balance, Säbelzahntiger








Veränderungsmotivation
Veränderungsprozesse sind sehr komplexe Situationen, die bei den meisten Menschen eine Vielzahl von positiven und negativen Gefühlen auslösen. Diese Gemengelage von Gefühlen muss ernst genommen werden. Dies bildet die Basis für Veränderungsmotivation.

siehe auch Zürcher Ressourcen Modell, Change- bzw. Veränderungsprozessen, „Ach so!“-Brief 06: Vom Gelingen rasanter und radikaler Umbrüche, PSI-Theorie (Glossar), PSI-Theorie (Homepage inkl. PDF zum Download),








Veränderungs- bzw. Changeprozesse
Veränderungsprozesse sind sehr komplexe Situationen, die bei den meisten Menschen eine Vielzahl von positiven und negativen Gefühlen auslösen. Diese Gemengelage von Gefühlen muss ernst genommen werden. Dies bildet die Basis für Veränderungsmotivation.

Das Innovative an der Unterstützung von Change- bzw. Veränderungsprozessen mit dem ZRM ist der Einbezug des Unbewussten (limbisches System bzw. emotionales Erfahrungsgedächtnis). Diese Thematik ist für viele Mitarbeitende und Führungskräfte in Unternehmen noch nicht vertraut. Wir sind meistens mit Betonung auf der Rationalität sozialisiert. Als Menschenbild orientiert man sich hierum am Homo oeconomicus, der rational und verstandesgesteuert vorgeht. Vor diesem Hintergrund ist es von zentraler Bedeutung, dass der Umgang mit dem Unbewussten wissenschaftlich fundiert und seriös eingeführt wird.

Siehe auch Zürcher Ressourcen Modell, Veränderungsmotivation, „Ach so!“-Brief 06: Vom Gelingen rasanter und radikaler Umbrüche, Embodiment, Affektbilanz, Affektregulation, Gefühl, somatische Marker, Emotionen, Motive
 





Verstand

Innerhalb der PSI-Theorie ist der Verstand eines von vier psychischen Teilsystemen, die für die menschliche Psyche besonders wichtig sind. Von der fein abgestimmten Interaktion zwischen Verstand und intuitiver Verhaltenssteuerung, einem weiteren Teil der vier Teilsysteme, hängt beispielsweise ab, was in der PSI-Theorie Willensbahnung genannt wird. Willensbahnung ist die Fähigkeit, eine Absicht in die Tat umzusetzen.

Intentionsgedächtnis, PSI-Theorie, Julius Kuhl, Hartmut Neusitzer



Der Verstand ist vom Kurzzeit- bzw. Arbeitsgedächtnis abhängig. Dieser Gedächtnistyp kann nur vier bis sieben Informationseinheiten auf einmal bereit halten. Menschen, die vor allem mit dem Verstand arbeiten, kommen in dynamischen, komplexen und unübersichtlichen Situationen rasch an ihre Grenzen. Um die Handlungsmöglichkeiten dieser Menschen zu erweitern, wäre es somit hilfreich, sie zu lehren, wie und wann man auf sein Unbewusstes und/oder die intuitive Verhaltenssteuerung „zurückgreifen“ sollte.

Siehe auch PSI-Theorie (Glossar), PSI-Theorie (Homepage inkl. PDF zum Download), Unbewusstes, adaptives, intuitive Verhaltenssteuerung, Gehirn, Großhirnrinde, Übersicht bzw. Vergleich von Verstand und UnbewusstemAufmerksamkeitsformen








Volition
In der Sprache der Motivationspsychologie ist die Volitionsstärke bzw. die Willensstärke einer Intention ein Produkt aus Wünschbarkeit und Realisierbarkeit
.

Je attraktiver ein Ziel erscheint und je höher die Wahrscheinlichkeit ist, dass es durch eigenes Handeln realisiert werden
kann, desto stärker ist der Wille, die Umsetzung dieses Ziels in Angriff zu nehmen.

Die beiden Faktoren «Wünschbarkeit» und «Realisierbarkeit» können im psychologischen Prozess durch entsprechende Interventionen gut gefördert werden. Die Wünschbarkeit eines Ziels wird dann erhöht, wenn «man den erwarteten Nutzen erwägt und sich Gedanken darüber macht, welche
positiven und negativen, unmittelbaren und langfristigen Folgen (Anreize) mit welcher Wahrscheinlichkeit mit der Realisierung des Wunsches verknüpft sind.

Siehe auch Willensstärke
Willensbahnung, Zürcher Ressourcen Modell, Motto-Ziele, Motivation


 



Vorsatz
Er bedeutet, dass man irgendwie und irgendwann einmal etwas in die Tat umsetzen möchte. Dies im Sinne von: „Hmmmm … wäre ganz okay …“. Diese Vorsätze sorgen oft für „Unruhe“ im Absichtsgedächtnis. Dies allein reicht jedoch noch lange nicht aus, um ein für alle Mal ins Tun zu kommen.

Siehe auch Intention, Absichtsgedächtnis, Motto-Ziel


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W






Wachsamkeit
(Vigilanz)
Sie ist eines von sieben Funktionsmerkmalen des Selbst (Unbewusstes). Sie ist eine besondere Form der breiten Aufmerksamkeit, die ebenfalls zur Verstärkung einer Information dient. Sie „tastet“ die Umgebung „breit“ nach Selbstkongruentem ab. Da sie unbewusst auf alles achtet was zu einem passt, also was meinen Erwartungen und Bedürfnissen entspricht, dabei zeitgleich Erfahrungen mit einbindet, wird sie als intelligent bezeichnet.

Die Wachsamkeit ist mit einem inneren Schutzengel vergleichbar. Die Achtsamkeit der intuitiven Verhaltenssteuerung, im Gegensatz dazu, achtet prinzipiell „eng“ auf alles was zur aktuellen Situation im Hier und Jetzt passt und wichtig ist. Beim Tanzen schützt sie z. B. vorm Zusammenprall. Besonders intuitiv handelnde Menschen sollten ihre Wachsamkeit trainieren, da sie sich über ihre gut ausgeprägte Achtsamkeit leicht anstecken/zu etwas verführen lassen, was sie im Nachklang dann oft bereuen.

Siehe auch PSI-Theorie (Glossar), PSI-Theorie (Homepage inkl. PDF zum Download), Achtsamkeit, sieben Funktionsmerkmale des Selbst, Zürcher Ressourcen Modell, Aufmerksamkeitsformen, Selbst






Wenn-Dann-Plan
Mit der Planungsstrategie von Wenn-Dann-Plänen lassen sich (Teil-)Pläne präventiv in einem Gehirnareal abspeichern, die Absichten automatisiert in zielführendes Verhalten überführen.

Siehe auch Zürcher Ressourcen Modell, MottoZiele, Zielpyramide, S.M.A.R.T.-Ziele






Werte

Sie sind Vorstellungen über Eigenschaften, Dingen, Ideen, Beziehungen u.a.m. von Einzelnen oder von sozialen Gruppen von Menschen die den wertenden Menschen wichtig und wünschenswert sind.

Zu unterscheiden ist zwischen
 
  • Werten als Mittel (z. B. Geld, Werkzeug, Gesetze), die ihren Wert durch ihre Funktion erhalten (äußere Werte) und
  • Werten, die auf Werterfahrungen beruhen, die sich aufgrund von verarbeiteten Erlebnissen im Gefühl verankert haben (innere Werte, wie z. B. Freundschaft, Liebe, Gerechtigkeit, Pflichterfüllung).

Gruppenspezifische Werte und Prinzipien
In jeder Gruppe bzw. in jedem Team treffen Menschen mit unterschiedlichen seelischen „Heimatgebieten“ und dementsprechend breit gestreuten Bedürfnissen, Werten und Prinzipien aufeinander. Indem die einzelnen Mitglieder sich im Sinne ihrer persönlichen Ziele einsetzen, kommt es in jeder Gruppe zu Auseinandersetzungen über den Kurs im Miteinander. Der Ausgang darüber entscheidet, in welche Richtung sich die Gruppe bzw. das Team entwickelt.




Willensbahnung

Damit ist im beruflichen wie im privaten Alltag die Fähigkeit gemeint, Absichten in die Tat umzusetzen.

Willensbahnung benötige ich besonders dann, wenn Schwierigkeiten auftauchen Hier benötige ich dann besonders viel Energie zur Umsetzung meiner Absichten. „Funktionsanalytisch“ geschieht dies laut der PSI-Theorie durch die Aufhebung der Ausführungshemmung, die mit der Aktivierung des Absichtsgedächtnisses (Teilbereich des Verstands) verbunden ist. Das Risiko eines Energieverlusts bei Konfrontation mit Schwierigkeiten ("Willenshemmung") ist besonders hoch, wenn
  • die Sensibilität für positiven Affekt reduziert ist,
  • die Belastung durch viele schwierige Aufgaben im Alltag hoch ist und/oder
  • die Fähigkeit, positive Stimmung selbst zu erzeugen, reduziert ist (mangelnde Fähigkeit zur Selbstmotivierung).

Laut der PSI-Theorie hängt die Fähigkeit zur Willensbahnung von der fein abgestimmten Interaktion zwischen dem psychischen Teilsystem Verstand und der intuitiven Verhaltenssteuerung ab.

Die Selbststeuerungsfähigkeit der Willensbahnung „fächert“ sich auf in die Fähigkeiten

  • Initiative
  • Absichten umsetzen (Willensstärke)
  • Konzentration

Initiative
Hier geht es um die Fähigkeit, die zur Initiierung von eigenen oder fremden Handlungen nötige Energie zielstrebig aufzubringen. Es ist das Ausmaß, in dem jemand zur Initiierung von Handlungen Energie aufbringen kann und trotz hoher Anforderungen mit Tatkraft und ohne zögern, zu beginnen. Gerade bei der Konfrontation mit Schwierigkeiten fällt es schwer, „in Gang“ und ins Handeln zu kommen. Dies kann in Antriebslosigkeit bzw. Lustlosigkeit münden.

Absichten umsetzen (Willensstärke)
Dies ist die Fähigkeit, die Energie zum Umsetzen eigener willentlicher Handlungsabsichten und Vorsätze zielstrebig aufzubringen, zu verfolgen und (schnell) umzusetzen. Diese Fähigkeit hilft dabei, mögliche Schwierigkeiten bei der Umsetzung einer schwierigen Absicht bewusst einzuplanen und sich zu sagen: Wenn „XY“ eintritt, dann mache ich „ZYA“ (siehe Wenn-Dann-Pläne).

Ist sie gemindert, fällt es schwer, willentliche ("eigene"), bewusst gewählte Ziele zu verwirklichen. Dies ist verbunden mit dem Aufschieben von Unerledigtem.

Da bei einem Mangel dieses Energietyps in erster Linie eigene Absichten betroffen sind, steigt dann die Anfälligkeit für Fremdsteuerung.

Konzentration
Sie ist die Fähigkeit, Ablenkungen von außen oder von innen (z. B. durch irrelevante Gedanken) von vorneherein weitgehend, auszuschalten/zu unterbinden.

Siehe auch Verstand, PSI-Theorie, Zürcher Ressourcen Modell, Selbststeuerungsfähigkeiten







Willensstärke und Selbstdisziplin
Sie sind alltagssprachliche Begriffe und verweisen auf die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, eigene Ziele zu bilden und sie gegen innere und äußere Widerstände umzusetzen. Jedoch hat die neuro- und experimentalpsychologische Forschung gezeigt, dass diese vertrauten Begriffe für ein differenziertes Verständnis der Selbststeuerung zu global sind. Beispielsweise wird die Umsetzung eigener gewählter Ziele durch ein anderes System des Gehirns vermittelt als die Verwirklichung fremder Ziele.

Siehe auch PSI-Theorie (Glossar), PSI-Theorie (Homepage inkl. PDF zum Download), Motivation, Zürcher Ressourcen Modell, Disziplin, Volition


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Wunderrad

Es ist ein perfektes Tool für positive Überraschungen. Mit dem Wunderrad potenziert man seine Handlungsmöglichkeiten. Workshop- bzw. Coaching-Teilnehmende erarbeiten sich mit ihm mindestens fünf Handlungsoptionen, die für eine noch anstehende (schwierige) Situation praktikabel sind. Ziel dieser Aufgabe ist es, die einzelnen Optionen ins Unbewusste der intuitiven Verhaltenssteuerung zu übergeben. Im Gegensatz zum seriell und sehr langsam arbeitenden Verstand, der vom Kurzzeit- und Arbeitsgedächtnis abhängig ist und nur zwischen vier bis sieben Informationseinheiten auf einmal bearbeiten kann, ist das Unbewusste in der Lage, sehr viele Informationen gleichzeitig bzw. parallel zu verarbeiten.

Überall dort, wo es komplex und dynamisch zugeht, wo es viele Rahmenbedingungen gleichzeitig zu beachten gilt und es möglicherweise noch Zielkonflikte gibt, wo sehr schnell und spontan reagiert werden muss, ist es klug und energiesparend, das Handeln und Agieren dem Unbewussten zu überlassen (Notfälle, Auto fahren, Small-Talk, Flirten). Manche Menschen trinken sich gerade zum letzten Aspekt Mut an. Die Verstandestätigkeit wird quasi in Narkose gelegt.

Wenn ich in einer dynamischen, komplexen und unübersichtlichen Situation nur einen einzigen Verstandesplan habe und es tritt etwas Unerwartetes ein, ist dieser Plan nicht anwendbar.

Mit dem Wunderrad kommt ein Verstandesmensch aus seinem rigiden „Entweder-oder“ heraus und eröffnet sich die Weite des „Sowohl-als-auch“.

Siehe auch PSI-Theorie (Glossar), PSI-Theorie (Homepage inkl. PDF zum Download), Zürcher Ressourcen Modell, Gesundheitsbrief Nr. 7
 





(Work-)Life-Balance
Unter dem Begriff Work-Life-Balance versteht man den Zustand, in dem Arbeit und Privatleben miteinander in Einklang stehen. Die Begriffsbildung Work-Life-Balance stammt aus dem Englischen: Arbeit (work), Leben (life), Gleichgewicht (balance). Paradoxer Weise sorgen Work-Life-Balance-Aktivitäten häufig für einen noch strammeren Terminkalender und erhöhen den Stress ungewollt. Ganz „schräg“ wird es, wenn ein Entspannungswochenende dann unter Wettbewerbsbedingungen unter der Überschrift Power-Erholung verläuft …

Siehe auch Stress, Stressjunkies





Wunschelemente-Technik
Mit ihr geschieht das „Wunder“, dass aus ungeliebten Pflichten freudige Ereignisse werden. Um das Unbewusste anzusprechen eignen sich besonders Bilder. Möchte man beispielsweise ein ganz bestimmtes Thema bearbeiten, sucht man passgenau zur eigenen Problematik ein Bild bzw. ein Wunschelement. Dank der unglaublichen Bearbeitungskapazität und der rasend schnellen Parallelverarbeitung, ist es für das Unbewusste ein leichtes, einmal durch ein Wunschelement in seiner Fantasie angeregt aus seiner großen Erfahrungsbibliothek eine Lösung anzubieten, die auch innere Konflikte aufzulösen hilft.

Siehe auch Selbstkongruenz, Affektbilanz, MottoZiele, PSI-Theorie (Glossar), PSI-Theorie (Homepage inkl. PDF zum Download), Zürcher Ressourcen Modell



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X


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Y


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Z




Ziel
Dies ist ein Zustand den sich jemand wünscht. Ist das Ziel positiv formuliert, handelt es sich um ein Annäherungs- bzw. ein Hinzu-Ziel. Ist es negativ formuliert, sagt es aus, was nicht mehr sein soll. Dies ist ein Vermeidungs- oder Weg-von-Ziel.

Für unser Gehirn förderlich, bzw. zum Auslösen von Motivation, ist es wichtig, ein Annäherungsziel zu formulieren. Unser Gehirn macht sich ständig Bilder von möglichen Szenarien. Und ein NICHT kann sich unser Gehirn nicht vorstellen. Beispielsweise ist es motivationshemmend, sich „eine stressfreie Zeit“ zu wünschen. Das Gehirn sucht in seinem riesigen Erfahrungsschatz blitzschnell ein Bild für stressfrei und kann nur eine Situation finden, die etwas mit Stress zu tun hat. Im ZRM-Training erlebe ich während der Phase der Zielformulierung die meisten Aha-Erlebnisse bei den Teilnehmenden.

Siehe auch Zielpyramide, MottoZiele, Zürcher Ressourcen Modell, Motivation





Zielabschirmung
Sie bedeutet, dass wenn jemand seinen psychologischen Rubikon überschritten hat, also aus einem "Hmmm, es wäre ganz nett, wenn ich künftig ...", ein deutliches "Ich will!" geworden ist. Hier stehen dann Wahrnehmung, Emotionen, Denken und Handeln ganz im Dienste der jeweiligen Intention (Absicht), also im Dienste der Zielerreichung. Alle Informationen, Ablenkungen und Verlockungen, die die Realisierung gefährden könnten, werden abgeschirmt, gefiltert und nicht mehr wahrgenommen. Der Effekt des goal-shielding (Zielabschirmung ) tritt umso stärker auf, je stärker ein Ziel gewollt wird. In der Motivationspsychologie spricht man von der Volitionsstärke einer Intention bzw. Absicht.

Die Volitionsstärke einer Absicht ist das Produkt aus Wünschbarkeit und Realisierbarkeit.

Je attraktiver ein Ziel erscheint und
je höher die Wahrscheinlichkeit ist, dass es durch eigenes Handeln realisiert werden kann,
desto stärker ist der Wille, die Umsetzung dieses Zieles in Angriff zu nehmen.

Die beiden Faktoren Wünschbarkeit und Realisierbarkeit werden durch entsprechende Interventionen im ZRM-Training gut gefördert.

Siehe auch PSI-Theorie (Glossar), PSI-Theorie (Homepage inkl. PDF zum Download), Zürcher Ressourcen Modell, Intention, ZRM-Training







Zielpsychologie

Sie untersucht, wie Ziele gesetzt werden können, wie Zielrealisierung stattfindet und welche selbstregulatorischen Prozesse durch Ziele aktiviert werden. Das Interesse der Zielpsychologie läuft letztendlich immer auf eine Frage hinaus: Welche Art von Ziel hat die höchste Erfolgsrate?

Zwei Forschungsrichtungen lassen sich hierzu beobachten:
Die eine Forschungsrichtung fokussiert darauf,
wie konkret und spezifisch ein Ziel geplant sein muss, um optimal umgesetzt werden zu können.
Die andere untersucht,
wie sehr ein Ziel von der zielsetzenden Person selbst angestrebt wird.

Das Zürcher Ressourcen Modell sieht diese beiden Komponenten als zwei wesentliche und jeweils unverzichtbare Erfolgsfaktoren von geglückter Zielerreichung. Es konnte nachgewiesen werden, dass eine hohe Identifikation mit dem angestrebten Ziel in Kombination mit einer geschickt ausgeführten konkreten Planung, die höchsten Effekte in der Zielerreichung nach sich zieht.

Am Beispiel eines spezifischen und konkreten Zieltyps, der in der Praxis mit dem Akronym S.M.A.R.T.-Ziel bezeichnet wird glaubt man vielfach, gerade in Zielvereinbarungsgesprächen diesen Erkenntnissen nachzukommen.

Doch leider wird dem A. = attractive des Akronyms mangels Kenntnisse zum Wie, keine große Bedeutung beigemessen. Diese Lücke wird durch einen neuen Zieltyp, der auf die innere Haltung abzielt und in der Praxis als Motto-Ziel bezeichnet wird, innerhalb des Zürcher Ressourcen Modell-Trainings geschlossen. In der wissenschaftlichen Zielpsychologie wird dieser Zieltypus intensiv beforscht. Es ist ein Zieltyp, der weniger auf konkret beobachtbares und messbares Verhalten abzielt, sondern sich auf eine innere Verfassung des Zielsetzenden bezieht. Ein Motto-Ziel beschreibt eine innere Einstellung bzw. eine persönliche Haltung.

Motto-Ziele und S.M.A.R.T.-Ziele sind zwei Elemente von erfolgreicher Zielsetzung, die sich gegenseitig ergänzen. Optimal verläuft die Zielerreichung, wenn diese zwei Zieltypen noch mit Wenn-Dann-Plänen abgesichert sind. Ein Coach, der auf allen drei Ebenen der Zielpyramide seine Arbeit tut, ermöglicht es dem Coachee gesund und mit Lust die eigenen Handlungen durch entsprechend gesetzte Ziele zu steuern.

Siehe auch S.M.A.R.T.-Ziele, MottoZiele, Zielpyramide


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Zielpyramide
(Zielhierarchie)
Sie ordnet unterschiedliche Zieltypen in mindesten drei Ebenen nach motivationalen Aspekten. Für praktische Zwecke in Coaching und Beratung genügt eine Abstufung von drei Ebenen: Haltung, Ergebnis und Verhalten.

Die Haltungsebene befindet sich in der Spitze der Pyramide und betrifft die abstrakteste Ausformulierung eines Ziels. Sie beschreibt die generelle Einstellung, die ein Mensch einem Thema gegenüber einnimmt. „Ich möchte ein guter Mensch sein.“, „Ich möchte Freude an der Arbeit haben.“ oder „Ich möchte ein erfülltes Leben führen.“ wären Themen, die auf der Haltungsebene angesiedelt sind. Für die Haltungsebene wurde im Rahmen des Selbstmanagement-Trainings nach dem Zürcher Ressourcen Modell (ZRM) ein neuer Zieltyp entwickelt, die so genannten Motto-Ziele. Motto-Ziele ermöglichen, die Abstimmung des Verstandes mit dem Unbewussten systematisch vorzunehmen und in Zielform zu bringen. Sie beantworten die Frage nach dem Warum und geben dem Ganzen somit einen Sinn.

Ob privat oder im beruflichen Kontext, Menschen betreten die Zielpyramide meist auf der Ergebnisebene. Diese Ebene beinhaltet den konkreten, ergebnisbezogenen Zieltyp, den Locke & Latham beforscht haben. Auf dieser Ebene befinden sich Aussagen, die spezifizieren, was man erreichen möchte. „Ich möchte mein Abitur machen.“, „Ich möchte sieben Bäume fällen.“, „Ich möchte Englisch lernen.“., „Ich möchte mich mehr abgrenzen." ...
 
Anstatt nach Klärung des „Was möchte ich erreichen?“, sich zunächst der höchsten Zielhierarchie (Haltung) zu widmen, geht man im Zielvereinbarungsgespräch, im Coaching und der Verhaltenstherapie aus der Ergebnisebene direkt auf die unterste Ebene die Zielpyramide. Diese Ebene beschreibt dann das genaue Verhalten. Hier wird dann genau beschrieben, wie man sich zu verhalten hat, wie man handeln muss, was benötigt wird, um ein bestimmtes Ergebnisziel konkret umzusetzen. Hier befinden sich präzise Pläne und Strategien, die extrem kontextgebunden und aufs Genaueste ausgearbeitet sind. Diese Ziele sind dann meist logisch, gesund, vernüftig und politisch korrekt, motivieren jedoch in den seltensten Gründen.
 
Siehe auch MottoZiele, Zürcher Ressourcen Modell, Zielverpflichtung, Wenn-Dann-Plan






Zielverpflichtung (goal commitment)
Sie bedeutet einem Ziel verpflichtet zu sein. Dies erfordert ein "Verarbeiten", von teilweise in tieferen Gedächtnisschichten abgespeicherter Informationen. Mitarbeiter sind allein über S.M.A.R.T.-Ziele nicht zu motivieren.

Siehe auch MottoZiele, Zürcher Ressourcen Modell, S.M.A.R.T.-Ziele, Zielpyramide
 







Zürcher Ressourcen Modell (ZRM)

Das ZRM ist ein psycho-edukatives Selbstmanagementtraining. Es wurde von Dr. Maja Storch und Dr. Frank Krause in den 1990er-Jahren für die Universität Zürich entwickelt. Im ZRM wurden Erkenntnisse aus der Psychoanalyse, Zielsetzungs-, Resilienz-, und Salutogenesforschung sowie Motivationspsychologie, basierend auf neurowissenschaftlichen Erkenntnissen zum menschlichen Lernen und Handeln integriert.

Innerhalb des ZRM-Trainings kommen unterschiedliche Anwendungen zum Einsatz, wie systemische Analysen, Coaching, Wissensvermittlung und Selbsthilfetechniken in der Gruppe oder im Einzelsetting. Das Training soll den Menschen in diesem Entwicklungsprozess systematisch auf der intellektuellen, emotionalen und körperlichen Ebene ansprechen.

Mit Hilfe des ZRM soll der Mensch sich über eigene (Lebens-)Themen klar werden, Ziele entwickeln, die eigenen Ressourcen entdecken und Fähigkeiten erlangen, um nötige Ressourcen zu aktivieren, die zielorientiertes Handeln ermöglichen. Dies führt zur Entwicklung und Erweiterung der eigenen Selbstmanagementfähigkeiten.

Die Arbeit mit dem Zürcher Ressourcen Modell ist durch einige hervorstechende Merkmale gekennzeichnet. Einige dieser Merkmale finden sich auch in anderen Konzeptionen, einige hingegen werden nur im ZRM realisiert, teils sogar im Gegensatz zu anderen Vorgehensweisen.

Durchschnittliche Bewertungsnote sechs Monate nach meinen ZRM-Workshops: 1,4


In einem ZRM-Workshop bzw. -Coaching eignen Sie sich ein Meta-Know-how an, mit dem sie Ihre vorhandenen Potenziale auch in extrem schwierigen Umständen situationselastisch und zielbezogen einsetzen werden.

Siehe auch mein Workshop- und Vortragsangebot.



Alleinstellungsmerkmale in Stichworten:

  • neurowissenschaftliches Ressourcenkonzept
  • Rubikon-Raster für Prozessablauf, Diagnose und Intervention
  • Einbezug unbewusster Anteile bei der Motivklärung
  • Trainer bzw. Coach ist ausschließlich ein Prozessbegleiter
  • Teilnehmenden werden konsequent in Selbstmanagement ausgebildet (Psychoedukation)
  • Resilienz- UND Stress- UND Selbstmanagement UND Burnoutvorsorge in einem Workshop!
  • Greift auf das wissenschaftlich abgesicherte Vorgehen des Priming (unbewusstes Lernen) zurück
  • Größtmögliche Expertenunabhängigkeit der Teilnehmenden
  • Berücksichtigung von öffentlichem und privatem Bereich
  • Aufbau von Motivation und Entschlusskraft durch Haltungs-/Identitätsziele
  • Einbezug unbewusster Anteile in die Motivklärung
  • Berücksichtigung von Gefühlen und Körperwahrnehmungen durch somatische Marker
  • Selbstkongruenzdiagnostik per somatischer Marker
  • Ideenkorbverfahren zur Erweiterung der individuellen Perspektive
  • Kernkriterien für eine handlungswirksame und «gesunde» Zielgestaltung
  • Aufbau eines multicodierten Ressourcen-Pools
  • Einbezug des Körpers als Ressource («Embodiment»)
  • Transfersicherung durch das «Situationstypen-ABC»
  • Transfersicherung durch Planung des Ressourceneinsatzes mittels Ausführungsintentionen
  • ZRM ist Schritt für Schritt wissenschaftlich begründet
  • Wirksamkeit des ZRM ist wissenschaftlich-empirisch belegt
  • Nutzung vieler Ebenen der Informationsspeicherung (Multicodierung)
  • neues Ziel wird zusammenhängend in der bisherigen Identität verankert.
  • Einbezug sozialer Ressourcen
  • Ausrichtung einer Follow-up-Veranstaltung nach ca. sechs Monaten zur Transferabsicherung:

Sie bietet die Möglichkeit,

  • die bis dahin gemachten Erfahrungen auszutauschen,
  • Erfolge zu verstärken und
  • den persönlichen Entwicklungsprozess zu optimieren:
    • Zielerweiterung und Zielveränderung
    • Erarbeitung zusätzlicher Ziele und zugehöriger Ressourcen
    • Optimierung des Ressourceneinsatzes

Siehe auch Zürcher Ressourcen Modell auf meiner Homepage, Resilienz, Motto-Ziele, Priming, Quellen, Veränderungsmotivation, Selbstzugang





Zwanghaftigkeit
Sie entsteht, wenn sich der Verstand vom Überblick und der Einfühlsamkeit des Unbewussten abkoppelt. Das Denken und Handeln verliert den Kontakt zur Realität und zu den eigenen Gefühlen.
Siehe auch PSI-Theorie (Glossar), PSI-Theorie (Homepage inkl. PDF zum Download)







Zweitreaktion

Für viele praktische Fragen, die persönliche Kompetenzen im Alltag betreffen, ist es wichtig zu wissen, wie die Zweitreaktion (= Selbststeuerungskompetenz) aussieht. Bleibt es z. B. bei einer (hyper-)sensiblen („Dünnhäuter“) oder robusten („Dickhäuter“) Erstreaktion oder ist die Person in der Lage, ihre Erstreaktion zu verändern, wenn sie dies in der jeweils vorgefundenen Situation für erforderlich hält.

Die klassische Persönlichkeitstypologie ist zu statisch und zu wenig entwicklungsorientiert. Sie teilt Menschen zu einseitig nach ihren emotionalen und kognitiven Erstreaktionen ein, ohne zu berücksichtigen, ob Menschen diesen Erstreaktionen ausgeliefert sind.

Denn selbst eine extrem ausgeprägte Erstreaktion (z. B. sehr hohe Werte bei misstrauisch, bewertungsängstlich, sozial aufgeschlossen, impulsiv, zurückhaltend-rational, eigenwillig, misstrauisch, loyal, optimistisch, sorgfältig, spontan, u. v. m.) kann durch eine entsprechend ausgebildete Selbststeuerungskompetenz (z. B. Selbstberuhigung, Selbstmotivation, Selbstbremsung, Selbstkonfrontation und viele weitere) ausgeglichen werden. Das „Zeitfenster“ für diesen Ausgleich kann so klein sein, dass die betreffende Person das gar nicht bemerkt.

Aus der Erstreaktion einer jeden Person ergeben sich Entwicklungsaufgaben.

Beispiele:

  • Eine sehr temperamentvolle Person mit einer stark erhöhten Impulsivität nimmt sich als Entwicklungsaufgabe vor, Impulskontrolle (= Selbstbremsung) zu lernen.
  • Eine sehr sensible Person kann lernen, mehr auf ihre Erfahrungen zu vertrauen und gelassener zu werden (= Selbstberuhigung);
  • Eine selbstkritische Person kann lernen, selbstbewusst und selbstbestimmt zu handeln.

Die Selbststeuerungskompetenzen (= Zweitreaktion) sollten diese Entwicklungsaufgaben unterstützen.

Diese Selbststeuerungskompetenzen können über einen Online-Test ermitteln und wenn erforderlich gezielt trainiert werden.

Siehe auch PSI-Theorie (Glossar), PSI-Theorie (Homepage inkl. PDF zum Download), Erstreaktion, Selbststeuerung, Selbstmanagement, Dünnhäuter, Dickhäuter


 

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Quellen:

  • Jens-Uwe Martens/Julius Kuhl
    Die Kunst der Selbstmotivierung
    Neue Erkenntnisse der Motivationsforschung praktisch nutzen (2011)
     
  • Kuhl/Scheffer/Mikoleit/Strehlau
    Persönlichkeit und Motivation im Unternehmen
    - Anwendung der PSI-Theorie in Personalauswahl und -entwicklung (2010)
     
  • Julius Kuhl
    Motivation und Persönlichkeit
    Interaktionen psychischer Systeme (2001)
     
  • Julius Kuhl/Philipp Alsleben
    Manual für die Trainingsbegleitende Osnabrücker Persönlichkeitsdiagnostik (2012)
     
  • Maja Storch/Frank Krause
    Selbstmanagement - ressourcenorientiert
    Grundlagen und Trainingsmanual für die Arbeit mit dem Zürcher Ressourcen Modell (2014)
     
  • Maja Storch/Julius Kuhl
    Die Kraft aus dem Selbst
    Sieben PsychoGyms für das Unbewusste (2012)
     
  • Maja Storch/Wolfgang Tschacher
    Embodied Communication
    - Kommunikation beginnt im Körper, nicht im Kopf (2016)
     
  • Maja Storch/Benita Cantieni/Gerald Hüther/Wolfgang Tschacher
    Embodiment
    - Die Wechselwirkung von Körper und Psyche verstehen und nutzen (2010)
     
  • Antonio R. Damasio
    Descartes' Irrtum:
    Fühlen, Denken und das menschliche Gehirn (2015)
     
  • Gerald Hüther
    Biologie der Angst
    - Wie aus Stress Gefühle werden (2009)
     
  • Dietrich Dörner
    Die Logik des Misslingens
    - Strategisches Denken in komplexen Situationen (2003)
     
  • Jan U. Hagen
    Fatale Fehler
    - Oder warum Organisationen ein Fehlermanagement brauchen (2013)
     
  • Karl E. Weick/Kathleen M. Sutcliffe
    Das Unerwartete managen
    - Wie Unternehmen aus Extremsituationen lernen (2010)
     
  • Gerhard Roth 
    Persönlichkeit, Entscheidung und Verhalten
    - Warum es so schwierig ist, sich und andere zu ändern (2007)
     
  • Frederic Laloux
    Reinventing Organizations
    Ein Leitfaden zur Gestaltung sinnstiftender Formen der Zusammenarbeit (2014)
     
  • C. Otto Scharmer
    Theorie U
    Von der Zukunft her führen (2015)
     
  • Sebastian Purps-Pardigol
    Führen mit Hirn
    Mitarbeiter begeistern und Unternehmenserfolg steigern (2015)
     
  • Reinhard K. Sprenger
    Radikal führen (2015)
     
  • Reinhard K. Sprenger
    Das Prinzip Selbstverantwortung
    Wege zur Motivation (2007)
     
  • Maja Storch
    Machen Sie doch, was Sie wollen!
    - Wie ein Strudelwurm den Weg zu Zufriedenheit und Freiheit zeigt
     

  • Maja Storch
    Das Geheimnis kluger Entscheidungen
     

  • Maja Storch
    Rauchpause
    - Wie das Unbewusste dabei hilft, das Rauchen zu vergessen
     

  • Maja Storch
    Mein IchGewicht
    - Wie das Unbewusste hilft, das richtige Gewicht zu finden
     

  • Ap Dijksterhuis
    DAS KLUGE UNBEWUSSTE
    - Denken mit Gefühl und Intuition
     

  • Gerald Hüther
    DVD - Die vergebliche Suche der Hirnforscher nach dem Ort wo die Seele wohnt.

  • Gerd Gigerenzer
    RISIKO
    Wie man die richtigen Entscheidungen trifft (2013)

  • Gerd Gigerenzer
    Das Einmaleins der Skepsis
    Über den Umgang mit Zahlen und Risiken (2015)

  • Gerd Gigerenzer
    Bauchentscheidungen
    Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition (2008)

  • Gerhard Roth
    Persönlichkeit, Entscheidung und Verhalten

  • Daniel Kahneman
    Schnelles Denken, langsames Denken (2011)

  • Rolf Dobelli
    Die Kunst des klaren Denkens
    52 Denkefehler, die Sie besser anderen überlassen (2012)

  • Rolf Dobelli
    Die Kunst des klugen Handelns
    52 Irrwege, die Sie besser anderen überlassen

  • Dan Ariely
    Wer denken will, muss fühlen
    - Die heimliche Macht der Unvernunft (2015)

  • Dan Ariely
    Denken hilft zwar, nützt aber nichts
    Warum wir immer wieder unvernünftige Entscheidungen treffen (2015)

  • Malcolm Gladwell
    BLINK!
    Die Macht des Moments (2014)

  • Christopher Charbris/Daniel Simons
    Der unsichtbare Gorilla
    - Wie unser Gehirn sich täuschen läßt (2013)

  • Richard H. Thaler/Cass R. Sunstein
    Nudge
    Wie man kluge Entscheidungen anstößt (2015)

  • Jokers hörsaal
    Das automatische Gehirn
    DVD - Dokumentation

  • Gunter Frank/Maja Storch
    Die Mañana-Kompetenz

    - Entspannung als Schlüssel zum Erfolg

 
 

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